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Balance

Oder: Innerer Frieden, Konsistenz, Zufriedenheit, die innere Mitte finden

Liebes Glückskind,

liebes Sterntaler-Mädchen,

liebe Rapunzel,

liebe Schneeweißchen und liebe Rosenrot,

wie auch lieber Johannes,

ich wende mich an euch alle sechs, weil ihr doch wahrhaft alle Beispiele und Vorbilder für einen Menschen in seiner inneren Mitte seid. Wie zum Beispiel ihr beiden, Schneeweißchen und Rosenrot, dem garstigen Zwerg gar keinen Raum gegeben habt, euch zu verletzen, stattdessen euren eigenen Raum gehalten habt, so dass keine seiner intendierten Verletzung euch treffen konnte, das war eine Meisterleistung! Indem ihr über euren Wert konsequent Bescheid wusstet, habt ihr auch den Wert des Bären befreit. Wir bräuchten so viel mehr Menschen wie euch auf der Welt, die angesichts der vielen Verletzungen, die von ängstlichen inneren Kindern ausgehen, stoisch bei sich selbst bleiben, stoische Freundlichkeit zeigen und somit den Wert des Anderen stoisch beleuchten.

Und du, Glückskind, dir wird ja immer nachgesagt, du seist eigentlich nur ein Traumtänzer, der vom Zufall begünstigt werde, aber das muss man ja auch erstmal hinbekommen! Da kann ich nur sagen: Wer hat, der hat, nur keinen Neid! Ich finde es enorm, wie du es geschafft hast, stets in deinem Vertrauen zu bleiben, dass die Dinge sich für dich zu dem wenden werden, wie es dir dient und wie es die Prophezeiung, du würdest die Prinzessin heiraten, erfüllt. Das mit der Räuberhöhle mag dabei vielleicht noch als reiner Zufall angesehen werden, aber wie du die Haare des Teufels geholt hast, nun, das war Strategie und Klugheit, indem du nicht nur an die dich leitende höhere Macht, sondern auch an dich selbst geglaubt und die Hilfe der Großmutter erbeten und angenommen hast. Ich hätte diesen König auch für immer auf den Kahn versetzt. Wie seltsam, dass daraus gar kein geflügeltes Wort geworden ist bisher und wir die Menschen, die sich uns gegenüber hartnäckig aus ihren Schatten heraus wie verängstigte Kinder verhalten, sprichwörtlich eher in die Wüste schicken oder dahin, wo der Pfeffer wächst.

Liebes Sterntaler-Mädchen, wie sehr ich es dir gegönnt habe, dass du am Ende wieder ein Hemdchen anhattest und dass es auch noch aus feinem Linnen war, in das du die Sterne aufsammeln konntest, die als Taler vom Himmel gefallen sind. Du bist so sehr im Vertrauen geblieben, dass der Himmel dich halten würde, so dass du es dir leisten konntest, dein letztes Hemd zu geben. Manche sagen, du seist doch ganz schön naiv gewesen und dann gibt es noch die Märtyrer-Typen, die glauben, nur wenn man sein letztes Hemd gebe, werde man belohnt werden, ganz abgesehen von den Habgierigen, die diese Behauptung aufstellen, um das letzte Hemd zu ergattern. Aber du weißt es besser. Nicht weil du dein letztes Hemd gegeben hast, wurdest du belohnt, sondern du hast dich gehalten gefühlt und darum konntest du dein letztes Hemd geben, ohne Angst zu haben, dass du Mangel erleiden würdest. Das ist pures Selbstvertrauen. Und dass die Taler vom Himmel fallen, ist die Manifestation der Selbstliebe. Sie fallen bedingungslos, weil sie eben fallen. Hildegard Knef hat später gesungen, dass es für sie rote Rosen regnen solle und ihr sämtliche Wunder begegnen sollten. Da warst du sicher ihr Vorbild.

Ach, Rapunzel, wie sehr habe ich dich bewundert, dass du konsequent zu dir gestanden und deine Wahrheit vertreten hast, egal, welche Konsequenzen du von dieser Frau Grotel zu ertragen hattest. Du hast gesagt, was zu sagen war, ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Zauberin, die sich ebenso gut hätte im anderen Märchen in den freigewordenen Eisenofen hätte setzen können. Es war eben an der Zeit, die Wahrheit zu sagen und das Gefängnis zu verlassen, und das hast du unternommen. Du bist strikt mit dir selbst identisch gewesen und bist es geblieben und hast deine innere Wahrheit vertreten. Auch in den elenden Jahren in der Wüste bist du von deinem liebevollen Selbst nicht abgewichen. Ich war wirklich froh, dass du noch weinen konntest, so dass deine Tränen schließlich den Königssohn von seiner Blindheit erlösen konnten. Wie geht es euch beiden heute? Ich meine natürlich euch, euren Kindern und eurem Königreich? Unter einem Königspaar, wie ihr es seid, wird es wohl blühen und gedeihen.

Nun, Johannes, wir alle wünschen uns einen König und eine Königin, die zu uns stehen und unsere Talente auch dann hochhalten und ihnen vertrauen, wenn sie sie nicht verstehen oder wenn sie unbequem scheinen. Auch wenn du zunächst zu Stein werden musstest, um durch das Vertrauen schließlich erlöst zu werden, so ist deine Magie und auch deine Loyalität, mit der du den jungen König in seine eigene Magie und Loyalität hineingeführt hast, Zeichen deiner Ausgeglichenheit gegenüber den polaren Kräften. Weil du die Dualität überwunden hast, hast du eine Verbindung zur kosmischen Intelligenz und zu Bildnissen und zu Raben, und sie werden dir immer ihre Geheimnisse anvertrauen. Immer. Darauf kannst du vertrauen, solange du bereit bist zu lauschen.

Wir sehr wir von euch lernen können, wenn wir uns euch zum Vorbild nehmen! Ihr seid doch wahrhaft die erzählten Verkörperungen von Kompetenz, Weisheit, Identität, Selbstvertrauen, Zufriedenheit, dem inneren Gehaltensein und einem Gefühl der Sicherheit, das auf Höherem basiert als auf der Abhängigkeit von Menschen und Dingen in der Welt. Und ihr seid vollendete Souveräne! Wie dankbar ich bin, euch kennengelernt zu haben. Ich erzähle meinen Klienten im Schreibspiel sehr oft von euch.

Eure Ariela

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