loading please wait..

Wer und für wen…

Oder: Was noch zu besprechen wäre

Liebe vielleicht zukünftige Klientin und lieber vielleicht zukünftiger Klient,

ist es so, dass Sie sich nun sagen: Schön und gut und das liest sich alles ganz nett und flott, aber was kostet mich das Ganze und was ist überhaupt als dieses Ganze zu betrachten? Wie lange dauert so ein Schreibspiel eigentlich?

Nun, Ihre Fragen sind berechtigt, auch wenn sie so einfach nicht zu beantworten sind. Aber lassen Sie mich Ihnen noch ein wenig von meiner Arbeit mit dem Schreibspiel erzählen. Für diese Arbeit teilen wir, Sie und ich, falls Sie sich für das Schreibspiel entscheiden, teilen uns ein Dokument auf Google Drive. Ein gewöhnliches Google Docs Dokument ist es, und selbst wenn man mit Google Drive noch nicht gearbeitet hat, findet man sich schnell zurecht. Die Oberfläche ist ganz übersichtlich und angelehnt an ein gewöhnliche Word Dokument. Geschützt wird das Dokument dadurch, dass man persönlich mit seiner E-Mail-Adresse auf das Dokument zugelassen wird. So haben nur der Klient und ich (zwei Menschen also) Zugriff auf das Dokument und sonst niemand. Selbstverständlich wird mit dem dort Geschriebenen (wie auch mit Ihrer E-Mail-Adresse, ich sag’s gleich wegen des Datenschutzes) rein gar nichts weiter gemacht, als es dort in einem erzählenden Dialog zu bearbeiten. Jede Sicherheitskopie wird mit jedem neuen Durchlauf gelöscht und so ergeht es am Ende auch dem vollständigen Dokument. Ich behalte eine Kopie wegen der Aufbewahrungspflicht auf meinem Computer. Das war’s.

Wie ja aus den Texten an die literarischen Figuren schon zu entnehmen war, folgt das Schreibspiel einer klaren Struktur, die sich zusammensetzt aus 1. der Zieldefinition und einer Materialsammlung, 2. dem Modul des inneren Erwachsenen, 3. dem Modul der Schattenarbeit, 4. dem Modul der Ressourcenarbeit und 5. der Zielüberprüfung und einem Ausblick. Fünf Module also. Das Schreibspiel kann jederzeit abgebrochen und beendet werden, aber es kann zwischen den Modulen nicht hin und her gesprungen werden. Es wäre zum Beispiel keine Schattenarbeit ohne inneren Erwachsenen möglich und die Ressourcenarbeit hat sich als unwirksam erwiesen, solange die Schatten nicht bearbeitet wurden. Und was sollte man schon überprüfen, wenn dazwischen nichts erarbeitet wurde? So weit so logisch.

Das erste Modul dient dabei dem Kennenlernen: Sie lernen das Schreibspiel kennen, Sie lernen mich kennen und meinen Schreibstil, Sie lernen sich kennen und erfahren, ob Ihnen diese Art zu Arbeiten überhaupt liegt. Aber ich lerne auch Sie kennen. Ich sammele Material für die ersten beiden Module und behalte mir vor, vom Schreibspiel abzuraten, wenn wir kein ausreichend aussagekräftiges Material erarbeiten konnten. Das kann passieren, wenn Klienten keinen Zugang zu ihren Emotionen, ihren Erinnerungen und ihrem Unbewussten haben. Dann funktioniert Erzählen einfach nicht. Sensibilität ist mir da die liebste Eigenschaft, die den Zugang, meiner Erfahrung nach, über die Fähigkeit zur Präsenz gut gewährt. Es kann allerdings sein, dass Sie als Klient zu jung sind. Wenn man der Entwicklungspsychologie folgt, dann sind manche Entwicklungen einfach altersbedingt dran, wie sie dran sind und manche anderen Entwicklungen sind dann noch nicht möglich. Ideal ist die Arbeit mit dem Schreibspiel ab etwa 40 Jahren. Sind die Klienten jünger als 35 bin ich zu einem Test bereit, aber meiner Erfahrung nach kann die Arbeit dann zwar in einer bestimmten Fragestellung oder zu einer Konfliktlösung hilfreich sein, trifft aber nicht den Kern des Schreibspiels.

Das Schreibspiel ist ein strategisches Coaching, mit dem in einer erzählenden Introspektion eine vertiefte Selbstreflexion stattfindet. Ich agiere dabei nicht als Therapeutin, sondern als Literaturwissenschaftlerin und Künstlerin. Mein Bereich ist der Subtext, das Lesen zwischen den Zeilen, das ist sogar meine Spezialität, und das Fragenstellen an den Text. Ich leiste, wie ich es im Literaturstudium gelernt habe, eine Textanalyse und darüber hinaus bringe ich alles an literarischem Wissen ein, was wir für die individuelle Arbeit brauchen und ausschlachten können. Am liebsten arbeite ich dabei allerdings mit den Märchen.

Das Ziel des Schreibspiels ist die Emanzipation von wenigstens einigen der als belastend und limitierend empfundenen Ängsten, Glaubensmustern und gedanklichen Konstruktionen. Es geht darum, sich die persönliche Ausprägung von Präsenz zu erarbeiten wie auch die persönliche Ausprägung von Selbstverantwortung, um sich selbst als in seinem Wesen wertvoll und geliebt und zugleich als handlungsfähig und selbstwirksam zu erleben und schließlich sein Leben so gestalten zu können, wie Sie es sich wünschen. Darum geht es in jeder guten Erzählung, die einen Leser von Anfang bis Ende fesselt. Wenn es nicht darum geht, fesselt sie meistens nur bis zur Mitte.

Und wie lange das Schreibspiel dann dauert, das hängt ganz individuell von jedem einzelnen Klienten selbst ab. Die meisten Klienten wählen einen wöchentlichen Rhythmus, indem sie jeden Tag ein wenig an ihrem Dokument arbeiten und mir das Dokument einmal pro Woche zur Bearbeitung überlassen. Ich selbst brauche je nach Textmenge in der Regel ein bis zwei Stunden pro Durchgang, manchmal auch drei. Ich schreibe einfach so lange und so ausführlich, wie es die von Ihnen gelieferte Textgrundlage erfordert und wie es sich angemessen anfühlt. Pro Modul wäre eine Dauer von drei bis vier Monaten gewöhnlich. Allerdings ist das wirklich nur eine ganz grobe Angabe. Ich hatte bisher immer gesagt, das gesamte Schreibspiel umfasse am Ende etwa 300 bis 350 Seiten. Dann aber bekam ich Klienten, bei denen bereits das erste Modul über 600 Seiten lang war und ein Jahr Arbeit umfasst hat. Es ist also… Ich würde mich jetzt wiederholen und eigentlich geziemt das einer guten Erzählerin nicht, aber vielleicht mach ich’s lieber trotzdem: Es ist ganz individuell abhängig vom einzelnen Klienten.

Für mein Honorar muss das demnach genauso aussehen. Ich verhandele den Preis für jedes Modul individuell mit dem Klienten. Da ich allerdings bisher an dem Schreibspiel nicht reich geworden bin, können Sie als vielleicht zukünftige Klientin und zukünftiger Klient im Gegenzug davon ausgehen, dass Sie an dem Schreibspiel nicht arm werden. Wir machen das fair und kooperativ.

Ein Geschenk, das Sie so oder so mitbekommen können, wenn Sie möchten, egal, ob Sie das Schreibspiel machen oder nicht, ist einen Zugang zu Google Classroom. Die aristotelischen Drama-Dreiecke, von denen ich Emma gegenüber oben in ihrem Brief spreche, sind eine komplexe Komposition von Texten und Skizzen, die meiner Arbeit zugrunde liegt. Wir verwenden sie auch aktiv im Schreibspiel. Anhand von Märchen, Filmen und Songs bereite ich das Drama-Dreieck, das hier etwas komplex erscheint, an sieben Einzeldreiecken auf.

Ein Drama-Dreieck basiert dabei immer auf dem aristotelischen Dreieck, mit dem die Entwicklung einer Figur beschrieben werden kann, aber auch die Beziehungsdynamiken zwischen den Figuren. Auf sieben Dreiecke verteilt behandele ich die Grundbedürfnisse und Urängste der Seele einzeln, wie auch die Spannungsverhältnisse aus Passiv- und Aktivpol des dysfunktionalen Schattens, die sich beim Agieren aus den unbewussten Mustern und Ängsten heraus ergeben können, und zeige entsprechend der fiktionalen Figurenentwicklung das persönliche emanzipatorische Potenzial auf. Wenn Sie sich für die Lektüre dieser Drama-Dreiecke und die Diskussion mit mir und anderen Teilnehmern interessieren, genügt eine E-Mail an mich. Ich lade Sie dann unverbindlich und ohne weitere Verpflichtung auf den Kurs der Drama-Dreiecke in Google Classroom ein.

Da ist noch die Frage nach der Hochsensibilität. Sie fragen sich vielleicht, was aus diesem Ansatz geworden ist, der in meinen Blog immerhin zu Beginn des Blogs noch sehr viel Raum einnimmt. Wissen Sie, ich bin inzwischen der Meinung, so etwas wahnsinnig Besonderes ist das gar nicht. Das muss Sie nicht enttäuschen. Ich würdige die Gaben und sehe auch die Schatten dieses Phänomens. Zum Beispiel habe ich die erlöste Form des Phänomens in dem wunderbaren Märchen „Der treue Johannes“ entdeckt. Sie können hier meine Märchenmeditation dazu lesen. Aber nach meinem derzeitigen Reflexionsstand würde ich sagen, es macht doch letztlich nur 1/7 des Menschseins aus, wenn wir jetzt mal in meinem Konzept der Drama-Dreiecke bleiben. Hoch sensible Menschen, ich schreibe den Begriff übrigens lieber auseinander, um die Betonung wieder auf das zu legen, worum es eigentlich geht, nämlich Menschen und ihr individuelles Maß an Sensibilität, haben ebenso wie alle anderen Menschen mit Kompetenzunsicherheit zu tun, Angst vor ihrer eigenen Lebendigkeit, Selbstwertunsicherheit, Verlustängsten und dann dem Gefühl von Mangel mit all seinen Konsequenzen. Ja, ich glaube auch, dass es nur wenige hoch sensible Menschen gibt und dass die Hochsensibilität noch mal ihren eigenen Schatten der besonderen Verletzlichkeit und ihrer Kompensationsversuche in Überempfindlichkeit und Hochmut mit sich bringt (einen Artikel dazu können Sie in meinem Blog lesen). Aber würde es sich nicht ebenso lohnen, nach dem nachfolgenden Dreieck zu schauen, dem der puren Souveränität? Das sind für meine Begriffe noch weniger Menschen als es schon HSP gibt, aber nach ihnen fragt gar keiner. Sie erfahren gar keine Förderung und keine Aufmerksamkeit. Dabei sind das die Menschen, die ebenfalls hoch sensibel sind, zusätzlich aber eine Kraft in sich spüren, mit der sie fühlen, dass sie die Menschheit einen Schritt voranbringen können und wollen. Sie können und wollen gar nicht anders, egal, was es sie kostet und manchmal kostet es sie eine Menge. Ich würde also sagen, die Hochsensibilität nehme ich inzwischen etwas gelassener als zu Beginn meiner Arbeit. Was mich aber immer noch brennend interessiert, ist ihr immenses Potenzial. Und da darf ich mit nicht gerade geringer Freude, ja sogar mit einiger Begeisterung bemerken, dass ich sehr oft Klienten von diesem zuletzt beschriebenen Schlag im Schreibspiel habe. Zufall? Resonanz? Ich weiß es nicht. Was würden Sie sagen? Fühlen Sie sich angezogen, das Schreibspiel zu versuchen? Die allermeisten Interessenten jedenfalls beginnen ihre Mail an mich mit den Worten, dass sie aus einem völligen Zufall heraus über meine Seite gestolpert seien, dass es aber genau das sei, wonach sie innerlich jetzt gesucht hätten und wozu die Zeit für sie persönlich reif sei…

Jetzt wäre meine Frage an Sie, liebe vielleicht zukünftige Klientin und lieber vielleicht zukünftiger Klient, ob Sie noch eine Frage haben. Wenn ja, lassen Sie sie uns klären. Schreiben Sie mir einfach.

Und wenn es jetzt so ist, dass Sie längst schon Lust bekommen haben, das Schreibspiel zu versuchen, dann schreiben Sie mir erst Recht.

Ganz herzlich,

Ihre Ariela Sager

Literaturwissenschaftlerin und

Schreibtherapeutin außerhalb der Heilkunde

Jetzt kommen noch die Dinge zu Impressum und Datenschutz. Aber um es ganz kurz zu machen: Ich erhebe überhaupt keine Daten von Ihnen, sammele sie nicht, verwerte sie nicht, gebe sie nicht weiter und Sie werden von hier aus auch auf nichts weiter verlinkt, können nicht kommentieren, keinen Newsletter bestellen und Ihre Aufenthaltsdauer auf meiner Website interessiert mich eigentlich gar nicht. Die Seite dient nur der Information, dem reinen Lesen. Für den Austausch und auch, um über meine Arbeit auf dem Laufenden zu bleiben, lade ich Sie zu Google-Classroom ein. Dazu müssen Sie mir zwar eine E-Mail schreiben, aber mit Ihrer E-Mail-Adresse geschieht wiederum nichts weiter, außer, dass ich Sie auf den Kurs freigebe. Sie wird nicht gesammelt, verwertet… und so weiter.

 

 


Und dann noch die Erzählung darüber, wer hier eigentlich erzählt.