loading please wait..

Hochsensibilität als Gabe: in der Natur die Heilerin sehen

Im ersten Teil wurde die hochsensible Gabe beleuchtet, das Potenzial des Lebens intensiv zu erfassen.

Der zweite Teil spricht von jenen,

…die in Mutter Natur die Heilerin erkennen

artikel2

Illustration: Christiane Rösch

Der Sprache des Körpers zu lauschen ist eine der leichtesten Übungen für hochsensible Menschen. Sie können es vor allem dann, wenn sie sich geerdet fühlen, mit der Natur verbunden. Dann sind sie präsent im eigenen Körper. Viele Hochsensible sagen, je älter sie würden, desto besser würden sie ihren Körper kennen und könnten genau übersetzen, was er ihnen kommuniziere, worauf im Außen er reagiere. Sie lernen nach und nach, auf ihre Gefühle zu achten, zu spüren, wo Blockaden sitzen und wie ihr Wohl- und ihr Unwohlsein verläuft. Nahrung und Situationen können von ihnen gescant werden, beides auf die individuelle Bekömmlichkeit hin. Und wenn etwas nicht bekömmlich wirkt, dann werden sie mit zunehmendem Alter so zu handeln wissen, dass es ihrer Gesundheit besser dient und sie werden schneller Konsequenzen ziehen. Eine passende Ernährung ist für HSP so nötig wie es möglich ist, sie herzustellen. Krankheiten früh zu erkennen ist schon vielen von jenen Menschen gelungen, die ihre Hausärzte mit treffenden Beschreibungen der Symptome und Selbstdiagnosen der möglichen Ursachen überrascht haben. Wenn wir präsent sind, läuft unsere hochsensible Wahrnehmung auf Hochtouren und liefert uns wie ein Seismograph diejenigen Informationen, die wir brauchen, um gut für uns zu sorgen.

Was hat es darüber hinaus mit den Selbstheilungskräften auf sich, von denen so viel gesprochen wird? Haben Hochsensible besonders starke Selbstheilungskräfte? Über den Weg, dass hochsensible Menschen sich auch ihrer eigenen Energien, die von ihren seelischen Zuständen produziert werden, bewusster sind, ist eine Bestätigung dieser Frage völlig denkbar. Wir sind alle empfänglich für die Energien unserer eigenen Gedanken. Sie äußern sich als Emotionen und sind auch für Andere spürbar. Und oft sind sie die Ursache für Symptome. Spätere Symptome sind vorher im Energiekörper von Menschen und Tieren bemerkbar. Hochsensible aber sind sich dieser Energien stärker bewusst. Sie beobachten viel häufiger, dass ein Gedankenaufruhr Auswirkungen auf ihren Körper hat. Diese Auswirkungen reichen von Unruhe über Übelkeit bis zum somatisierten und manchmal chronischen Leiden. Aber auch positive Gefühle, wie zum Beispiel die Verliebtheit oder die Vorfreude, bleiben nicht ohne Spuren der Reizung oder gar der Überreizung auf einen hochsensiblen Verarbeitungsapparat. Über die Bewusstseinsarbeit kann ein innerer Frieden hergestellt werden und Frieden im Innern schafft Frieden im Außen, also im Körper. Dieser Frieden zwischen dem Innen und dem Außen setzt sich fort bis hinein in die zwischenmenschlichen Beziehungen. Harmonie herzustellen und zu leben, ist das, wofür so viele HSPs stehen.

In indigenen Kulturen ist die Heilkraft der Natur übrigens ein selbstverständliches Wissen. Medizinmänner und -frauen stellen die Verbindung her zwischen dem Geist der Natur und dem Geist der Menschen. Geheilt wird mit dem tradierten Wissen über die heilende Wirkung pflanzlicher Substanzen, aber auch über die Energie, die von Pflanzen und Tieren ausgeht. Was in der Historie Kräuterhexen und Geistheiler waren, sind in indigenen Kulturen Schamanen. Die moderne Gesellschaft nimmt die Dienste von Osteopathen oder Reikimeistern in Anspruch, die alleine mit ihren Händen heilen. Osteopathische Behandlungen werden derzeit sogar von einigen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Angewendet wird die Methode bei Menschen und Tieren. Apotheken führen die so berühmten Bachblüten, deren Wirkung auf der Schwingung der Pflanzen beruht, keineswegs als Ladenhüter. Es gibt hunderte von Kommentaren im Internet, deren Autoren auf die Wirkung der Bachblüten schwören, und auch von Ärzten werden sie zuweilen empfohlen. Tierärzte verschreiben Floh- und Zeckentropfen, die Bio-Resonanz energetisiert wurden und haben wiederum eine große Anhängerschaft von Nutzern, die die Wirksamkeit der Tropfen bestätigen (und selbstverständlich eine gleich große Gegnerschaft, die die Wirksamkeit bestreiten). Auch in der weiteren Homöopathie wird von Schwingungen gesprochen, die zwischen Medikament und Ursache der Krankheit (nicht deren Symptom) zusammenpassen müssen. Es sind also die auf die Homöopathie spezialisierten Heilpraktiker, die weiterhin das Wissen der Natur anzapfen und das mit Erfolg. Ob die Homöopathie gerade bei Hochsensiblen besonders gut anschlägt, wurde bisher nicht untersucht. Viele Hochsensible aber berichten davon, dass sie sich lieber einem antroposophisch-medizinischen Ansatz anvertrauen, statt der klassischen symptomorientieren Schulmedizin.

Sich möglichst viel in der Natur aufzuhalten, wird jedem Menschen aus medizinischer Sicht empfohlen. Atemtrainer schicken ihre Schüler am liebsten in den Wald und lassen sie über die Atmung die Verbindung zu Mutter Natur und zum spirituellen Teil des Menschen herstellen. Hochsensible aber scheinen in besonderem Maße von einem Kontakt mit der Natur zu profitieren. Was in der Biologie als Biophilia-Effekt beschrieben wird, ist eine Kommunikation von Botenstoffen der Pflanzen mit unserem Immunsystem. Grünkraft nannte Hildegard von Bingen die Gesamtheit dieser Pflanzenstoffe. Der Biologe Clemens G. Arvay benennt sie als Terpene und hat den wissenschaftlichen Beweis angetreten, dass ein Heilcode in der Natur zu finden sei. Wer sonst, wenn nicht Hochsensible werden diesen Heilcode spüren können? Der Effekt wird verstärkt, schreibt Arvay in seinen Büchern, wenn wir uns mit allen Sinnen mit der Natur verbinden und wahrhaft hören, sehen, riechen und fühlen, vielleicht sogar schmecken, was die Natur zu bieten hat. Der wahrhaftige Einsatz der Sinne, ist das nicht das Gebiet der Hochsensiblen?

Der Bereich der tiergestützten Therapie ist derjenige, der auf der Feinfühligkeit der Tiere und ihrer Besitzer basiert. Tiere kommunizieren in diesen Fällen mit den Energiezuständen der Patienten. Zugleich sind sensible und geschulte Therapeuten in der Lage den individuellen Ausdruck ihrer Tiere zu lesen und treffend auszuwerten, um Rückschlüsse auf die emotionale Situation ihrer Patienten zu ziehen. Rückschlüsse, die oft aus dem gesprochenen Dialog heraus nicht möglich sind. Und hochsensible Menschen, seien es Erwachsene oder Kinder, reagieren wiederum feinfühlig auf die Energie der Tiere. Oft scheinen sie ganz selbstverständlich das Vertrauen der Tiere zu gewinnen und können sie so intuitiv verstehen, wie die Tiere umgekehrt instinktiv sie verstehen. Manche machen daraus Berufe wie Tiertrainer, Tierheilpraktiker oder Tierkommunikatoren und in manchen Fällen sind erstaunliche Begegnungen zu beobachten. In einigen Grundschulen wird das Experiment bereits als erfolgreich angesehen, dass Tiere im Unterricht für eine beruhigende Atmosphäre sorgen. Die unruhigsten Zappelphillippe, so heißt es, kämen zur Ruhe, wenn sie sich im Klassenraum zu einem Hund setzen dürften. Auch Bürogemeinschaften berichten von dem Phänomen, dass Hunde im Büro für eine höhere Kreativität und ein höheres Maß an Gelassenheit sorgten.

Der sprichwörtliche Grüne Daumen ist gewiss der Hochsensibilität zuzuschreiben. Wer sonst wäre in der Lage, das Wesen der Pflanze so tief zu erfassen und zu respektieren und sie entsprechend individuell zu pflegen, wenn nicht Hochsensible? Reiki-Meister sprechen sogar davon, dass Menschen mit Grünem Daumen nicht einfach nur ihre Pflanze wässerten, sondern ihnen täglich Reiki zuteil werden ließen und sie so mit der allumfassenden Lebensenergie, dem Chi, dem Prana, das sie benötigten, versorgten. Und wenn man einem hochsensiblen Pflanzenliebhaber bei seiner selbst vergessenen Arbeit zuschaut, beobachtet man nichts weniger als Hingabe im Beträufeln der Blätter mit von Liebe energetisierten Wassertropen. Für Hochsensible also wird die Natur zur Heilerin, wie sie selbst zu Heilenden werden in ihrer oft so tiefen Verbundenheit mit der Natur.

weiterlesen Teil 3

Der Artikel wird in den Communities „Eulennest“ auf google+ und „Hochsensibilität als höchste Form von Intelligenz“ auf Facebook diskutiert. Für die Facebookgruppe braucht es bei Interesse bitte eine PN an die Autorin.

Posted on 14. Oktober 2016 in Hochsensibilität im Alltag

Share the Story

About the Author