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„Gegensätze ziehen sich an“

„Gleich und Gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“ – was gilt denn jetzt?

Und die Antwort lautet: Beides!

„Gleich und Gleich gesellt sich gern“…

…und zwar geschieht dieses Gesellen zueinander über die gemeinsame Schwingung der inneren Haltung. Die Schwingung wird von der Haltung erzeugt und die Haltung basiert auf der Art, wie ein Mensch in die Welt blickt, wie er die Welt empfindet und wie er das Geschehen in der Welt bewertet. In dem Kinderbuch “Sara und die Eule” von Esther Hicks las ich dazu den Ausdruck: “Vögel gleichen Gefieders”.

Ideal wäre es, die gleiche und zueinander passende Haltung und Schwingung käme über die persönlichen Werte zustande, für die man einsteht, über die Lebensprinzipien und die dazu passenden, die Werte verkörpernden inneren Archetypen. Dann gesellten sich zwei Menschen in einem humanistischen Wert zueinander, täten sich in einem Wert zusammen, begegneten  einander in der Heimat ihrer Herzen und ergänzten einander so, dass etwas in der Welt zum Besseren verändert werden könnte, einfach, weil zwei zusammen mehr schaffen als jeder für sich alleine. Manchmal wird sogar Neues erschaffen. Der erste Schritt dazu wäre vielleicht eine Bewusstseinserweiterung in den Partnern hin zur Aktivierung eines weiteren Archetypus, auf den man erst durch die Selbstreflexion im Spiegel des Anderen aufmerksam wurde oder zu dem man im Zusammensein mit dem Anderen inspiriert wurde. Das sind fruchtbare Arten von „Gleich und Gleich gesellt sich gern.“

In der Regel aber gesellt dieses Gleiche sich mit dem Gleichen im Anderen zwar auch über die Haltung, aber nicht über die Haltung einer edlen Gesinnung, sondern über die Angst. Es ist gemeinsam geteilte Angst, die zunächst mal das Gefühl der Gemeinsamkeit heraufbeschwört. Die Angst verweist zwar auf einen Wert und auf das innere Zuhause des Menschen, sie hat aber keinen Zugang zur Wahrheit und zum Kern des Individuums. In der Angst ist der Mensch von sich selbst entfremdet.

Die Schwingung der Angst ist identisch mit der Schwingung der Sehnsucht nach diesem Wert, den man in sich weiß, als den man sich selbst gerne empfinden möchte, von dem man sich aber entfremdet fühlt. In der Sehnsucht tickt man irgendwie gleich, ist auf einer Wellenlänge, die Chemie stimmt irgendwie mit dem anderen Menschen. Man kann ja so wunderbar gemeinsam träumen von Dingen, die leider nicht sind, vermeintlich weil die Welt ist wie sie ist. Ohne sich dessen bewusst zu sein teilt man ein Mangelempfinden in einem der vier menschlichen Grundbedürfnisse.

Das innere Zuhause würde jeweils lauten:

Die Manifestation des geteilten Mangelempfindens gegenüber dem inneren Zuhause wird dann zur sich anbahnende Beziehung. (Es kann sein, dass einige Leser jetzt mal tief durchatmen müssen.)

Im unerfüllten Zustand schwingt die Angst dann in beiden Menschen, nicht gut genug zu sein (gut im Sinne von kompetent), nicht man selbst sein zu dürfen, nicht wertvoll zu sein, nicht geliebt zu werden. Das dominanteste Defizit oder das aktuelle (oder auch das einzig noch nicht geheilte Defizit) wird zum Hauptlebensthema und kommuniziert sich über das, was wir also Schwingung nennen.

Schwingung

Die Schwingung ist ein viel weniger mysteriöses Gebilde als man gemeinhin meint. Sie kommuniziert sich subtil über die gesamte nonverbale Kommunikation aus Körperhaltung, Bewegung, Gestik, Mimik, vor allem der unbewussten Mikroausdrücke, Kleidung, Tonlage, Geruch und der gesamte Komplex des Ungesagten und auch des Subtextes hinter dem gesprochenen Wort, Pausen, Schweigen, Wortwahl, Satzbau, vielsagende Andeutungen. Und so weiter. Für hochsensible Menschen sind auch noch die Emotionen und Empfindungen des Anderen wahrnehmbar. Sie werden oft im eigenen Inneren nachempfunden. Das Meiste läuft über die bloße Beobachtungsgabe, manches geht über die Empathie, das Allermeiste aber wird unbewusst erfasst, so wie es auch schon unbewusst ausgesandt wurde.

Auf die Art gesellt sich Gleich und Gleich erstmal weil man sich versteht und eben wegen der Chemie, die fast schon Alchemie heißen müsste, weil hier eben auch eine Neues, Drittes entsteht, nämlich eine Beziehung.

„Gegensätze ziehen sich an“

Die Attraktion und das Gefühl des Verliebtseins entsteht dann über das Gegensätzliche. Man besetzt die gleiche Lebenseinstellung, egal, ob Angst oder Archetypus, in den gegensätzlichen Polen. Die innere Haltung wird also im gegensätzlichen Modus ausgelebt. So ziehen die Passivpolmenschen die Aktivpolmenschen an und umgekehrt. Innerhalb dieser Dualität herrscht eine Spannung gegensätzlicher Polarität, die anziehend wirkt.

Zuweilen wechselt man auch seinen eigenen normalerweise üblichen Pol, den angestammten Pol, weil man jemanden getroffen hat, der einen endlich mal vom üblichen Pol erlöst und entlastet, weil der andere Mensch den Pol in dieser Konstellation dominanter als man selbst bespielt. Die Prinzessin, die bisher immer leisten und alle umsorgen musste, um überhaupt Aufmerksamkeit zu ernten und überhaupt auf Liebe hoffen zu dürfen, gibt erleichtert an den Froschkönig ab, der ihr sagt: „Ich übernehme, ich mach das schon hier. Ich bin dann und dann bei dir. Ich habe den Film schon ausgesucht. Ich habe den Tisch schon reserviert. Ich habe schon für dich bestellt. Es ist alles vorbereitet. Ich weiß, was du brauchst. Ich kenne dich besser als du dich selbst.“ Manche Prinzessin mag jetzt die Beine in die Hand nehmen und das Weite suchen, aber manch eine Prinzessin mag sich auch denken: „Endlich mal jemand, der mich zu schätzen weiß und mir jeden Wunsch von den Augen abliest.“

Der möglicherweise sogar bisherige Eisenofenprinz übernimmt die Rolle des Froschkönigs entweder gerne, weil es mal eine erfrischende Abwechslung bietet oder auch gezwungenermaßen, wenn der Gegenpart nicht gleich so will wie man selbst und vielleicht erst noch davon überzeugt werden muss, dass man füreinander bestimmt ist. Das sind die Eisenofenprinzen, die sich zu Beginn der Beziehung richtig Mühe geben und da sogar zum Froschkönig mutieren, einfach, um die Überzeugungsarbeit zu leiten. Die Aschenputtel werden dann manchmal ein wenig zur Cinderella, manche mutieren auch zum Tapferen Schneiderlein (das allerdings sehr selten). Die Übergänge sind fließend und das Hin und Her ist es auch.

Das gemeinsame Lebensthema an dieser Stelle ist die Bindung oder ist der Wert (oder ist eben eines der sieben Lebensthemen), bespielt in den zwei entgegengesetzten Polen der Dualität aus unsicheren Bindungsstilen der Deprivation und der Abhängigkeit oder in den Polen Selbstherabwürdigung und Selbstüberhöhung. Wobei das wirklich die Extreme sind. Dazwischen liegen alle Grade des Kontinuums in fließendem Übergang. Alles an Energieaufwand zwischen den Polen und dann über das als gewöhnlich empfundene Maß hinaus wie der Stalker im Aktivpol und der Eremit im Passivpol oder der Borderliner im Passivpol und der Narzisst im Aktivpol ist ein Kontinuum. Es gibt keine Kriterien der Abgrenzung von „noch normal“ zu „schon krankhaft“, die nicht auf menschlicher Übereinkunft beruhen würden – und für die Extremformen des Pathologischen in den Katalogen psychischer Störungen verzeichnet wurden. Die Übergängen sind fließend und die Fließrichtung ist wechselhaft.

Keine Beziehung ohne Polarität

Das Einzige, was immer bestehen bleibt, ist die Polarität an sich, solange eine wie auch immer geartete Beziehung besteht. Richtiger wäre es umgekehrt formuliert: Es gibt nur solange eine wie auch immer geartete Beziehung, solange ein Energiegefälle besteht. Ohne Polarität, und sei es die minimalste, gibt es keine Anziehungskraft, weil keine Spannung entsteht. Anziehungskraft kann aber auch negativ sein. Sie kann sich sogar wandeln. Ohne dass sich die Polarität verändern würde, verändert sich die Wahrnehmung und die Bewertung der Polarität. „Immer muss ich mich um dich kümmern und du machst nie was!“ Das wäre eine Veränderung der Bewertung, auf die der Partner nämlich in der Regel antwortet: „Aber ich war doch nie anders als jetzt, und früher hat dich das doch auch nicht gestört!“ Was zuweilen sogar stimmt.

Mal abgesehen von dem unglücklichen Fall, dass man bei der ersten Begegnung hellfühlig oder hellsichtig mit dem hohen oder sogar höchsten Potenzial des Menschen in Resonanz gegangen ist, was leider Potenzial geblieben ist und bei dem sich herausstellte, dass dieses Potenzial noch gar nicht aktiviert ist, was im Fall der dann auftauchenden Schatten zu herben Enttäuschungen, ja Desillusionierungen führt, ist der gewöhnliche Fall eher der, dass die Polarität sich umkehrt oder dass die bestehende Polarität neu bewertet wird. Wenn die Menschen meinen, sie hätten sich nicht geändert, stimmt das sogar. Und doch hat sich die Polarität im dualistischen Gefüge verschoben.

Resonanz

Und dann ist da noch der in aller Munde geführte und auch hier im Artikel schon verwendete Begriff der Resonanz. Er wird oft mit der Anziehung gleichgesetzt. Tatsächlich aber ist die Resonanz die Synthese aus beiden Gesetzmäßigkeiten: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ UND „Gegensätze ziehen sich an“. Schon wenn einer der beiden Faktoren fehlt, verschwindet die Resonanz. Ständig einer Meinung zu sein, bedeutet, dass man nichts voneinander lernt, einander nicht inspiriert, aneinander nicht wächst. Fehlt die gemeinsame Wellenlänge, hat man also kein gemeinsames geistiges oder emotionales Thema, entsteht keine Resonanz, sondern nur Langeweile.

Die Resonanz entfällt schon, wenn nur eine der beiden Komponenten fehlt. Im Fall der geschwundenen Liebe handelt es sich in der Regel um die Anziehungskraft, die schwindet und zwar aus dem Grund, weil einer der beiden Partner sich entweder weiterentwickelt oder den Pol wechselt. Im Eingangsbeispiel würde die Prinzessin sich zum Beispiel genötigt fühlen, in ihren angestammten und gewohnten Aktivpol zurück wechseln zu müssen, aus dem heraus sie leisten und alle versorgen muss, weil ihr Froschkönig den Aktivpol nur der Beziehungsanbahnung wegen besetzt hatte, nach kurzer Zeit aber wieder in seinen eigenen angestammten und gewohnten Pol des Eisenofens wechselt. Wenn der Fließrichtungswechsel der Polarität jetzt nicht gewünscht ist, kommt es zur Unzufriedenheit. Sollte die Prinzessin sich allerdings weigern, sich wieder in den Aktivpol drängen zu lassen und bleibt ebenfalls im Eisenofen des Passivpols, fließt gar keine Energie mehr und die Beziehung verwelkt. Sollten sich aber zwei im Aktivpol glühender Eifersucht einrichten, gibt es kein Verwelken, sondern ein Verbrennen. Das „Verliebtsein“ jedenfalls ist so oder so dahin. Ich schreibe das Verliebtsein in Anführungsstrichen (auch wenn einige Leser jetzt nochmal tief durchatmen müssen), weil es sich doch im Grunde nur um eine dualistische Anziehung gehandelt hat, selbst wenn sie hoch erotische, lustvolle, zuweilen auch liebevoll anmutende und wachstumsfördernde Elemente beinhaltet hat. Wachstumsfördernd sind diese Beziehungen immer. Vorausgesetzt, die Partner lassen Wachstum zu, spätestens in der Selbstreflexion am Ende.

Konsequenz für Konflikte

Jetzt habe ich von dem gesprochen, was man so landläufig als Verliebtsein bezeichnet und was ich in Anführungszeichen gesetzt hatte, ein Gefühl, das umso stärker ist, je stärker auch nur einer der beiden Verliebten sich mit dem gemeinsamen Thema identifiziert und je größer der Partner als potenzieller Defizitausgleich empfunden wird. Dieses Verliebtsein wird ganz oft auch gleich mit dem Verb „brauchen“ wiedergegeben: „Ich brauche dich doch!“

Eine praktische Konsequenz ergibt sich daraus für die konflikthafte Beziehung: Ein Konflikt besteht ebenfalls nur solange, wie eine Resonanz besteht, selbst wenn es sich um eine negative Resonanz handelt. Die beiden Kontrahenten müssen das gleiche Thema meinen und wichtig nehmen und sie müssen die Gegenpole besetzen oder zumindest ein Energiegefälle zeigen, falls sie den gleichen Pol besetzen und sich darin gegenseitig zu übertrumpfen oder zu unterbieten versuchen. (Übertrumpfen im Aktivpol, Unterbieten im Passivpol.) Sobald eine der beiden Komponenten  fehlt, ist der Konflikt zu Ende.

Wenn man von unterschiedlichen Lebensthemen berührt ist und sich echauffiert, redet man entweder aneinander vorbei (aber jedenfalls gibt es dann keinen Konflikt) oder einer kann den anderen in seinem Thema lassen, kann ihm beistehen, kann ihm einfach nur zuhören (vielleicht bis er für sich selbst eine Lösung gefunden hat). Man hat aber keinen Konflikt miteinander. Das ist das Eine.

Das entscheidend Andere, das zugleich zum Gestaltungsinstrument werden kann, wenn man es einmal verstanden hat, ist die Anziehungskraft innerhalb der Dualität des Konflikts. Sobald die Dualität verlassen wird, der Gegenpol nicht mehr bespielt wird, endet der Energiefluss und damit der Krieg. Selbst wenn das Thema ein gemeinsames wäre – sagen wir Wert und Identität, käme der Konflikt nur zustande, wenn Passivpol und Aktivpol oder zumindest der passiv-aggressive Pol in einem der beiden Pole plus der reine Pol besetzt und bespielt würden.

Vielleicht skizzieren wir hier mal ein konkretes Beispiel: Der Narzisst (wir nehmen gleich das pathologische Extrem des Aktivpols) braucht den Borderliner (auch hier das pathologische Extrem des gegenüberliegenden Passivpols) und umgekehrt, um die eigenen destruktiven Energien ausspielen zu können. Beide besetzen das Thema Selbstwert und zwar in der Selbstwertunsicherheit. Der Narzisst versucht die Angst vor Wertlosigkeit zu kompensieren, indem er andere abwertet und sich selbst überhöht. Der Borderliner versucht die Angst zu kontrollieren, indem er sich selbst abwertet und anderen gestattet, ihn abzuwerten. Nehmen wir an, der Mensch im Passivpol habe keine Borderline-Diagnose, sondern bediene lediglich die Schatteninstanz des inneren Aschenputtels oder des Märtyrers oder eine noch mildere Variante der Selbstwertunsicherheit im Modus der Selbstbestrafung, dann hätte dieser Mensch durchaus die Möglichkeit, den Pol zu verlassen. Seine neurologische Prägung wäre dann nicht so tief, dass die Neuroplastizität nicht greifen könnte. Sie könnte also greifen und Selbstveränderung wäre möglich. Manche wählen dann zwar nur den weiteren dualistischen Modus des passiv-aggressiven Verhaltens, was den Konflikt nur verlagert und ihm einen anderen Charakter gibt, ihn aber nicht beendet. Aber denkbar wäre auch, so jemand würde das Lebensthema Wert und Identität nun künstlerisch umsetzen oder würde es sogar über die Vernunft  und die darin integrierten erwachsenen Ressourcen der Selbstwertschätzung und der Konsequenz ausagieren, dann wäre der dualistischen Anziehungskraft die Energie entzogen. Es gäbe keine Resonanz mehr. Der Wechsel in die Vernunft beendet deshalb jeden Konflikt. Der Narzisst könnte zu erniedrigen und herabzuwürdigen versuchen, wie es ihm beliebt, das Drama wäre beendet, weil der Gegenpol fehlt. Der Dualismus wurde verlassen, als hätte jemand den Telefonhörer aufgelegt.

Echtes Verliebtsein

In den Drama-Dreiecken kann man sehr leicht ablesen, welche Ressource für den Ausstieg aus einem Konflikt sorgt. Jedes Lebensthema und jedes Dualitätspaar hat seine eigenen  Ressourcen und charismatischen Fähigkeiten, die den Konflikt beenden und sogar Heilung herbeiführen können. Dazu ist vorher eine Schattenarbeit notwendig, damit diese Schatten keine Gegenpolresonanz mehr bilden.

Zugleich ist aber auch zu erkennen, welche polaren Kräfte für echtes Verliebtsein und für wahre Liebe sorgen werden und welche dualen Kräfte nur für ein vermeintliches Verliebtsein bei dennoch großer Anziehung verantwortlich sind.

An der Dreiecksbasis finden sich die dualen Kräfte, die manchmal sogar für eine erhebliche emotionale Abhängigkeit sorgen (die nichts mit Liebe zu tun hat). Manchmal klammern sich hier metaphorisch ertrinkende Kinder aneinander, die glauben, ohne einander sterben zu müssen. Manchmal klammert sich auch nur ein Kind an ein anderes Kind, wobei das zweite Kind seine Macht ausspielt, die das anklammernde Kind ihm verleiht.  Energetisch kommt es ihnen auch wirklich so vor, als würden sie ertrinken. Deshalb fesseln und knebeln und binden sie sich gegenseitig, sperren einander in Gefängnissen ein, deklarieren Besitzansprüche und verhindern die persönliche Weiterentwicklung, die eigene und die des Partners. Viel zu oft wird das Liebe genannt und ist in Wahrheit ein Brauchen, ein Nötighaben des Anderen. Es basiert jedenfalls auf innerem Zwang und nicht auf Freiheit.

Über die Dreiecksseiten findet echtes Verliebtsein und wahre Liebe statt. Hier treffen humanistische Werte auf ihre erfahrbaren Konsequenzen. Im Thema Selbstwert und Identität wäre das die Wertschätzung und die Konsequenz der Hilfsbereitschaft. Die Kräfte sind polar, nicht dualistisch. Sie ergänzen sich gegenseitig auf fruchtbare Weise. Die Yin-Kraft der Werte braucht die Yang-Kraft der Wirksamkeit. Erwachsene und freie Menschen finden dieses Wertepaar schon in sich selbst vor. Dennoch muss die Partnerschaft für die Menschheit weiter attraktiv bleiben, denn in ihr, wenn sie eine fruchtbare Partnerschaft auf der Basis von Freiheit und Schöpferkraft ist, verwirklicht die Menschheit eben echte Liebe im Ausdruck der Interdependenz, des Miteinanderverbundenseins auf höherer Ebene. Und in ihr verbindet das Individuum die eigene Manifestationskraft mit dem kollektiven Strom der Evolution. Ein Mensch, der für sich alleine werkelt, hat es schwer mit der Anbindung an den kollektiven Strom. Für die Anbindung brauchen wir die Verbindung mit unseren Mitmenschen.

Treffen sich aber zwei im Modus und im Wert der Freiheit und in der Schöpferkraft, werden sie gemeinsam etwas erschaffen und DAS ist echte Liebe, die sich auch wie Liebe anfühlt, und zwar durch und durch. Und es gilt also beides: Gleich und Gleich gesellt sich gern UND Gegensätze ziehen sich an.

Posted on 18. Juni 2019 in Die Drama-Dreiecke