loading please wait..

Die 12 Qualitäten in den Drama-Dreiecken

Eine kleine Meditation durch die Dreiecke anhand der 12 Qualitäten des Lebens

Am Ende des Jahres, als einige der HSP-Communitymitglieder im “Eulennest” (auf google+) die Rauhnächte begangen haben, die zwölf besonderen Nächte des Jahresübergangs zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige, hatte ich einen kleinen Post in die Community rein gegeben, in dem ich erwähnt hatte, dass man die zwölf Qualitäten, die in den Rauhnächten geehrt werden, auch in den Drama-Dreiecken finden könne. Die Drama-Dreiecke hatten wir in den sieben Wochen davor gemeinsam in Google Classroom* erarbeitet, aber den Beweis meiner Behauptung war ich bisher schuldig geblieben. Hier ist er.

*

Der Grund, weshalb ich den Kommentar gerne noch einmal aufnehmen würde, ist der, dass ich in meiner morgendlichen Meditationspraxis festgestellt habe, wie wunderbar dieser Fokus der 12 Qualitäten sich für eine Meditation eignet. Gerade wem das Stillsitzen und Nichtstun schwer fällt, könnte sich wie im Fluss einer Geschichte fühlen, wenn man auf diese zwölf Qualitäten meditiert und sich dazu anhand der Skizzen zu den Drama-Dreiecken die eigene Entwicklung vergegenwärtigt. Anhand der 12 Qualitäten die 7 Chakren von der Wurzel bis zum Kronenchakra zu fokussieren wäre genauso logisch und denkbar.

Die 12 Qualitäten des Lebens

Hier sind erstmal die zwölf Qualitäten, um die es sich handelt, wie man sie in den Büchern und Texten über die Rauhnächte nachlesen kann, zum Beispiel in dem Buch “Vom Zauber der Rauhnächte” von Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri. Es sind

Wie ihr, ganz subtil eingefädelt, an den Farbzuordnungen vermutlich schon erkennen könnt, lassen die Qualitäten sich mit den Dreiecksflächen und mit den Chakren verbinden. Es sind unsere Grundzustände oder der gesunde Rhythmus des Lebens, wenn wir uns in unserem eigenen Sein dem Fluss des Lebens überlassen können, statt den konditionierenden Einflüssen von außen zu unterliegen. Der Rhythmus jeder Entwicklung unterliegt einer kreisförmigen Bewegung, die von den Chinesen den Elementen zugeordnet wird (Holz, Wasser, Feuer, Luft, Erde). In jedem kleinen Moment ist sie so erkennbar wie in den größeren Einheiten von Tagesverlauf, Lebensphase, das Leben, die gesamte Inkarnation, die Entwicklung von Welt und Universum, soweit wir sie überhaupt erahnen können. Es gilt pars pro toto, ein Teil steht für das Ganze oder umgekehrt: Totum pro parte, das Ganze ist im kleinsten Teil vollständig enthalten. So sind in einem ausgeglichen Leben wie in einem ausgeglichenen Augenblick alle zwölf Qualitäten beteiligt und wollen gelebt, geachtet und geliebt werden.

 

Stille und Frieden.

Nehmen wir an, wir kommen aus der Stille. Aus dem Zustand von Frieden. Hier sind wir, wer wir wirklich sind. Aus dem heraus, wer wir in unserem Kern sind, ergibt sich unsere Essenz. Nicht unsere gelebte Persönlichkeit in der Existenz, die vielen Einflüssen unterliegt. Aber unsere Essenz. Unsere tiefe Kompetenz, unsere Talente, Gaben und auch unsere Grenzen. Wenn wir wissen, wer wir in diesem Kern sind, werden wir von unseren Gaben wie im Fluss zu einem essenznahen Leben geführt. Wir lassen den Beweiszwang hinter uns und die Selbstverleugnung ebenso und ruhen stattdessen in der Stille der Stoizität dessen, dass wir wissen, was wir können und was wir nicht können, wofür wir uns unserer inneren Wahrheit nach zuständig fühlen und wofür nicht. Das ist die Stille der Quelle. Unserer Quelle. Wir müssen uns niemandem gegenüber beweisen, wenn wir uns mit unserer Quelle verbunden fühlen. Dann müssen wir uns aber auch vor niemandem klein machen. Nicht aus dem Grund, damit Andere sich nicht unwohl fühlen und nicht, um uns vor deren Angriffen in Acht zu nehmen. Verbunden mit unserer Quelle strahlen wir Stille und Frieden aus und es fühlt sich an wie Januar und Februar, die in unseren Breiten eine klirrende Klarheit haben können. Kein “ich bin nicht gut genug” verschleiert die Luft. Kein Wächter schickt die Eiskristalle in ein Versteck. Stattdessen strahlen die Kristalle des Winters klar glänzende Ruhe aus. Sie sind einfach da und wir sind uns dank der Forschung an Eiskristallen ihrer Individualität bewusst. Dass kein einziges Eiskristall und keine einzige Schneeflocke einem anderen Eiskristall oder einer anderen Schneeflocke gleicht, das wissen wir. Wir rufen es als Mysterium auf und bewundern es zutiefst. Aber wie leicht vergessen wir, dass wir wie Schneeflocken sind: still und friedvoll in unserem Kern und absolut individuell in der Schönheit dieser Ruhe.

Wir kommen aus der Stille und Frieden ist das, was wir eigentlich sind.

 

 

Aufbruch und Neugierde.

Im März und April kann man sich diese beiden Qualitäten gut vorstellen. Wie alles aufspringt, als sei es von einem Impuls ereilt worden auszutreiben, weiter zu wachsen, zu blühen, zu gedeihen, Früchte zu entwickeln, aus dem Samen heraus zu werden, was im Samen angelegt ist. Ich kann mir auch vorstellen, morgens, in meiner Meditation, wie die Seele sich aus der allumfassenden Stille heraus in die Intention hinein begibt, eine neue Inkarnation zu wagen. Die Motivation ist Neugierde. Sie mag neugierig darauf sein, wie es diesmal sein wird, in dieser Inkarnation, mit dem jetzigen Bewusstseins- und Erfahrungsstand. Sie will sich selbst erfahren, neue Erfahrungen machen, den Entwicklungsstand überprüfen und erforschen, was es noch zu erforschen gibt. Alte Themen mag sie zur Heilung einbringen wollen und um weiter an ihnen zu wachsen. Sich als Seele dazu einen Körper zu wählen, um Erfahrungen von Leben zu machen, ist pure Vitalität. Nichts will die Seele eigentlich aussparen, auch wenn sie dann während der Inkarnation schon ganz früh an so viele Limitationen gerät.

Jedes Mal aber, wenn wir einem Impuls folgen, den geraden Weg verlassen, wie Rotkäppchen es tut, um Blumen zu pflücken, tun wir es aus Neugierde und um der Erfahrung Willen. Wir sind uns selbst der Frühling in unserem Leben, wenn wir das innere Kind aus seinem Schattendasein befreien, aus seiner Angst vor dem Leben und vor der Lebendigkeit, aus seiner Furcht vor den eigenen Emotionen und vor ihrem freien Ausdruck. Ja, mit den Emotionen werden wir über die Stränge schlagen, aber nur solange, wie unser innerer Erwachsener nicht präsent ist und nicht für Angemessenheit sorgt, mit der wir weder uns noch andere verletzen, sondern einfach nur bei ihnen sind, sie bezeugen, sie erfühlen, sie erforschen. Angemessen heißt: Mit Forschergeist. “Ah, interessant, ich fühle mich als könnte ich einen Baum ausreißen.” Aber wir reißen keinen Baum aus, sondern bleiben in der Metapher und lenken die Energien so, dass sie konstruktiv wirken können. Was auch immer das konkret bedeutet, hängt von der Verbindung zum Wurzelchakra ab, zum ersten Dreieck. Womöglich heißt es, stattdessen einen Baum zu pflanzen.

Ist das innere Kind, das in unserem Bauch, in unserem Sakralchakra sein energetisches Zuhause hat, erst mal von seiner Last der Verletzungen und der Schatten befreit, dann springt es herum wie der junge Frühling und es herrschen März und April als innere Atmosphäre. Es fragt uns dann das innere Kind ganz von selbst nach Aufbruch, fragt aus der Neugierde heraus, Neues erleben zu wollen. Depression und bore out entstehen, wenn wir das Leben zu lange in der Stille halten, so dass die Stille zur Erstarrung verkommt. Wenn sich nichts mehr bewegt, obwohl es längst an der Zeit wäre, dass neue Bewegung in unser Leben tritt, dann erstarren auch die Emotionen und unser Lächeln wird zu einer kontrollierten Maske statt eines befreiten und befreienden Lachens, das den ganzen Körper bewegt.

Der Geist des zweiten Dreiecks, der des Frühlings, ist ein Forschergeist, einer, der durch die Hingabe an das Leben aus Erfahrung Weisheit erschaffen will.

 

 

Strategie und Aktivität.

Ich persönlich stelle mir Schicksal so vor: Nachdem ich als Seele dem Impuls zum Aufbruch gefolgt bin, verfasse ich vielleicht zunächst einen Plan. Ich lege fest, wozu das Ganze überhaupt gut sein soll, wessen es dienen soll, was ich diesmal erfahren will, was mein Forschungsgegenstand sein könnte, welchem größeren und welchem persönlichen Ziel ich diene, welche Themen ich bearbeiten, welche Beziehungen ich heilen will. Das könnten die Seelenbilder sein, die Visionen, die wir manchmal empfangen und die vielleicht auch von sensitiven Personen medial wahrgenommen werden können. Manches wird in dieser Abenteuerstrategie für das nächste Leben vielleicht als Meilenstein festgelegt, Gelegenheiten, die uns auf jeden Fall begegnen sollen, damit wir etwas Bestimmtes erforschen, erleben, erfahren, meistern oder heilen können. Mir kommt es manchmal so vor, als seien in dieser großen, die Inkarnation umspannenden Strategie auch Begegnungen verabredet worden. Wir erfahren sie als Zufälle oder als Synchronizitäten auf unsere Resonanz hin, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich Resonanz und Synchronizität auch so verhalten: “Wenn ich dann soweit bin, dass ich dieses und jenes begriffen habe, dann komm bitte du vorbei und dann geht es weiter.” Und vorher könnte es heißen: “Und damit ich dieses und jenes begreife, komm bitte du, du, du und du vorbei. So schnell wird das nämlich nicht gehen. Das braucht ein paar Wiederholungen.” Oder auch: “Und den großen Durchbruch, bei dem musst du mir helfen. Sobald ich beschlossen habe, es wirklich zu wagen, dann kreuzt du meinen Weg und ich werde überrascht sein, dass du genau zu dem passt, was in meinem Leben gerade aktuell ist und gebraucht wird.” Können Seelen zwinkern? Ich weiß es nicht, aber wenn sie es können, werden sie es wohl an dieser Stelle tun.

Ich frage mich, ob wir uns nicht sogar mit den Büchern und Gedichten und Songs und Filmen und Gemälden verabreden, die unser Leben beeinflussen werden, die wie Lehrer wirken und uns sanft in unsere uns eigene Richtung steuern. Jedenfalls läuft etwas so Aufwändiges wie das Leben meiner Meinung nach viel weniger chaotisch und ungeplant als wir glauben. Es müsste eigentlich eine von uns selbst, unsere Seele, unserem hohen Licht entworfene und bejahte Strategie geben und der Start in das Leben, die Geburt, die tatsächliche Inkarnation, ist die Aktivität, die das implizite und explizite Ja zu dieser Strategie darstellt. Das ist der satte Frühling, der schon in den Sommer übergeht. Mai und Juni als innere Atmosphäre. Hier hat alles schon seine Richtung eingeschlagen und folgt bereits ganz unbeirrbar dem eigenen Plan, wie er im Samen angelegt war. Aus einem Baum wird jetzt definitiv keine Rose mehr.

Das dritte Dreieck kann mit dem Solarplexus zusammengedacht werden, der inneren Sonne, wie sie im Mai und Juni ihren höchsten Stand erreicht. Die Sommersonnenwende im Juni, wenn der Tag der längste des Jahres ist, lässt uns an Tanz denken, an Ausflüge im Freien, an sommerliche Aktivitäten. Es ist aber kein Aktionismus, den wir mit Juni assoziieren, sondern ein ruhiges, konsequentes Umsetzen der Sommerpläne, die in der Regel im Winter geschmiedet wurden. Und in der Natur folgt alles dem eingeschlagenen Weg und verteidigt Raum und Wachstum. Alles verwirklicht den eigenen Plan und lässt sich nicht aus der Falle der Selbstwertunsicherheit heraus – die in der Natur gar nicht vorkommt – vor den Karren Anderer spannen.

Zum Monat Mai und Juni passt für mich atmosphärisch das Prinzip der Ritterlichkeit, mit der wir diesen köstlichen, von uns verfassten strategischen Plan, unbedingt verteidigen, um essenznah leben zu können und uns selbst zu verwirklichen, indem wir ihn leben.

 

 

Gesellschaft und Fülle.

In den Monaten Juli und August fühlen wir uns ohnehin viel leichter im Fluss als in der kalten Jahreszeit. Unsere Muskeln sind lockerer, wir bewegen uns mehr und leichtfüßiger. Gesellschaft als Thema passt so gut in den Juli. Der lange Tisch unter dem Apfelbaum. Bei mir ist das ein Seelenbild, eines, das irgendwie in meinem Innern lebt, obwohl ich so ein Bild höchstens aus der Wagner-Pizza-Werbung kenne. Vielleicht ist es da, weil ich im Juli geboren bin und das zentrale Thema des Julis also Gesellschaft ist, Begegnung, Community.

Immer mal wieder gab es Momente im Juli (wobei es auch Juni oder August gewesen sein mag, aber es hatte immer die Atmosphäre vom Juli), in denen es Ansätze zu dieser langen Tafel gab, wenn auch ohne Apfelbaum. Der Apfelbaum gehört als Symbol sicher zur Fülle, die in unserem Innern, in unserem Herzen vorherrschen muss, damit wir Lust auf lange Tafeln, Lust auf bereichernde Begegnungen haben. Die Basis dieser Fülle ist Liebe, Selbstliebe, Vertrauen und Selbstvertrauen. Es ist das 4. Dreieck. Aus der fließenden Fülle heraus, deren Quelle in unserem Kern liegt, in unserer Sonne, erschaffen wir das Leben nach dem Plan, den wir uns gewählt haben, nach Seelenplan also. Hier findet das Lauschen nach Innen statt, um die Komponenten zu erfassen, die zu realisieren uns glücklich machen würden. Hier gibt es Begegnung also nicht nur im Außen, sondern auch unter dem inneren Apfelbaum, Begegnung mit uns selbst. Der innere sichere Ort, an dem wir selbst treffen, liegt hier. Es ist ein Ort der Fülle, an dem wir alles vorfinden, was wir für unser Wohlbefinden brauchen. Hier im Herzen, bei unserem Yin. Das volle und reife Yin fühlt sich für mich wie die Erde im August an, wenn das Licht und das Grün satt und saftig sind.

 

 

Intuition und Ernte. 

September und Oktober. Die Sonne steht schon tiefer und alles erscheint goldwarm. Wenn wir hier das fünfte Dreieck dazu denken, sind wir bei den Märchen “Frau Holle” und “Tischlein deck dich und Knüppel aus dem Sack”. Indem wir uns klar machen, dass wir eine Individuation der Gesamtenergie sind und dass genau darauf die Fähigkeit der Intuition beruht, deren Basis wiederum unsere Sensibilität mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen ist, also unsere Empfänglichkeit für das Subtile, wird unser authentischer Ausdruck ein Ausdruck der Leidenschaft und der Freude. Kleine Geschenke an unser inneres Kind gehören hierhin, kleine liebevolle Aufmerksamkeiten auch an die inneren Kinder anderer Menschen. Vielleicht bedenken wir mit solchen kleinen Gaben sogar den Ausgleich für Gaben, die wir erhalten haben. Im Geist des vollen Korns des Septembers und der Ernte des Oktobers verbinden wir uns mit unserer weiblichen Quelle des Empfangens genauso wie mit unserer männlichen Quelle des Gebens. Wir müssen empfangsbereit sein, um zu ernten, was wir zuvor gesät haben. Die Ernte erfolgt dann mühelos, wenn wir uns selbst aus dem Weg gehen, uns ganz im Fluss mit uns selbst auf die saftige Wiese oder das Feld legen und unser Werk in der Welt wirken lassen. Wir lieben um der Liebe willen, Arbeiten nach dem Prinzip des WuWei ohne zu arbeiten und nehmen die Ernte wie das Sterntaler-Mädchen oder die Goldmarie würdevoll dankend entgegen. Frei von Gier und frei von Geiz, sondern voller Dankbarkeit und wissend, dass es uns zusteht.

 

 

Dankbarkeit.

In dem Moment, in dem wir in der inneren Atmosphäre des Novembers auf unsere Ernte zurückschauen können, lernen wir, unseren Ressourcen zu vertrauen. Das ist das sechste Dreieck. Wir wissen, wie man Stroh zu Gold macht und sind uns in unserer Fähigkeit so sicher, dass Rumpelstilzchen uns nichts mehr anhaben kann. Wir brauchen aber auch seine Dienste nicht mehr. Charisma, die Ausstrahlung des erlösten 6. Dreiecks, haben dankbare Menschen. Es sind Menschen, die glücklich sind, weil sie dankbar sind und nicht, dass sie dankbar wären, weil sie glücklich sind. Sie wissen schon jetzt voller Vertrauen und in Dankbarkeit für ihre eigene Macht, dass sie den neuen, den bald aufkommenden, den wiedereinsetztenden Zyklus wieder meistern werden. Die Ahnungslosigkeit den eigenen Gaben gegenüber wurde abgelegt, denn Zyklusverlauf, Wiederholung und Ernte haben den Beweis geliefert, dass sie ihrer Gabe vertrauen können, von ihr getragen zu werden.

Im Jahresverlauf und auch am Ende eines Zyklus, z. B. eines ausgeführten Auftrags oder Projekts, aber auch am Ende des Tages, gibt es nichts weiter zu tun, als seine Meditation auszuführen, die das Geschehen Revue passieren lässt und für alle gemachten Erfahrungen dankt. Mit Sicherheit wurden Fähigkeiten gewonnen, verfeinert, neu aktiviert. Themen wurden aufgeworfen, ins Bewusstsein geholt, gelöst. Beziehungen wurden zu Ende geführt oder geheilt. Jetzt ist das aktive Nichtstun genau richtig. Ich liebe es, wie groß die Amerikaner ihren Thanks Giving Tag feiern. Bei uns ist Erntedank traurigerweise schon seit meiner Kindheit zu einem winzigen Gesangsauftritt mit Obstkörbchen im Altenheim verkommen.

 

 

Weisheit.

Weisheit ist mit dem Dezember verbunden, dem Ende des Zyklus, dem einsetzenden Winter des Lebens. Die Weisheit passt als Qualität zum 7. Dreieck. Hier geht es in der Dreiecksspitze um die Souveränität, die mit Weisheit assoziiert wird, nachdem der innere Antreiber aus seinem Passivpol der Prokrastination, Depression, Nostalgie ebenso herausgefunden hat wie aus seinem Aktivpol der Ungeduld, Waghalsigkeit und Hyperaktivität. Der innere Antreiber ist nicht mehr Bettelkönig und nicht mehr Tyrann. Er ist jetzt ein würdevoller Souverän.

Aber welchen Sitz im Leben hat diese Weisheit eigentlich? Ich weiß aus meiner Coaching-Arbeit, dass vor allem hoch sensible und begabte Menschen danach fragen, Menschen, die so oft an der Entwicklung der Gesellschaft verzweifeln, sich ihr zu widersetzen versuchen oder sich danach sehnen, sich ihr zu entziehen. Dabei ist gegen phasenweise und auch ganz regelmäßigen Rückzug nichts einzuwenden, ja er ist sogar notwendig, um die Kräfte zu schonen und wieder aufzuladen, damit uns die Verzweiflung nicht allein schon wegen Kräftemangel packen kann. Aber um die Gesellschaft geht es dennoch, wo die Weisheit ihren Sitz im Leben hat. Es geht darum, unser ganz eigenes Licht schenien zu lassen, wohin auch immer es scheinen will. Dabei dreht es sich nicht darum, die Welt zu verändern. Das würde unsere Kräfte schnell übersteigen und wäre im Sinne der Weisheit und einer gesunden Entwicklung aller Individuen im eigenen Tempo nicht sinnvoll. Sondern es dreht sich um kleine Königreiche an Sachverstand, an Expertise, die in Baustellen eingebracht wird, für die sich der Weise verantwortlich zeigen möchte. Dort sind wir mit unserer Erfahrung gefragt, die aus unserer Kompetenz besteht, aber auch aus dem Forschergeist, die bisherige Erfahrung überprüfen und weiterentwickeln zu wollen, aus dem Licht unserer Selbstwertsicherheit und unseres Selbstvertrauens und der Inspiration durch unseren authentischen Ausdruck. Vorbilder sind wir, nicht Dompteure. Vorbilder, die dem Winter jeder Phase Zeit gegeben haben, so dass die Erfahrungen integriert werden konnten, die jetzt als Weisheit  zur Verfügung steht, mit der wir sanft aber beständig Einfluss nehmen. Zur Qualität der Weisheit gehört die Fähigkeit zur Akzeptanz. Wir nehmen das Leben bewusst an, wie es ist und als Annehmende sind wir Lehrer. Wir lehren aus dem Herzen heraus, aus der Tiefe unseres Wissensbrunnens, ohne uns oder andere zu versklaven. Comme-il-faut-Arbeitsbedingungen oder gesellschaftliche Konventionen, die nicht zu uns passen, haben wir hinter uns gelassen, nicht, indem wir noch länger in den Widerstand zu ihnen gehen und gegen sie kämpfen würden, sondern, in dem wir Normen und Konventionen auf ihre Bedeutung hin überprüfen und für uns gestalten. Dazu müssen wir sie nicht per se missachten. Stattdessen sind wir fähig, über die äußeren Erscheinungsformen hinauszublicken und die dahinter liegenden Dynamiken und Bedeutungen voller Verständnis und Mitgefühl zu erfassen.

Als Rebell läuft man im Sommer wohl gerne mitten durchs Feld und lacht auf den erzürnten Bauern. Nur Spießer halten sich an die Wege. Spießer aber halten sich strikt an die vorgeschriebenen Wege und wagen keinen Schritt rechts oder links, selbst wenn die Weite des Feldes sie anzieht. Der Weise dagegen folgt der Traktorspur, die mitten durchs Feld führt, weil er die Weite des Feldes erleben will und das Eigentum des Bauern und dessen Fürsorge für sein Feld zutiefst respektiert.

 

Posted on 18. Februar 2018 in Die Drama-Dreiecke

Share the Story

About the Author