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Lettre méditative: Über den Schal

Bei der Dichterin Verena Moksha Devi las ich einmal den Satz: “Hülle dich in ein warmes Tuch, Schwester”. Dieser Satz hat mir gut gefallen und etwas in mir angesprochen. Bei der Psychologin Dr. Elaine Aron fand ich zur gleichen Zeit den Tipp, hochsensible Menschen könnten sich mobile Schutzräume kreieren, etwa, indem sie sich in etwas einhüllten, das ihnen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln könnte. Und dann kamen parallel dazu verschiedene Anbieter von neuen Ponchoformen und Meditationsschals auf den Markt. Vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil mein selektiver Blick gerade auf Ponchoformen und Meditationsschals eingestellt war. Die Meditationsschals wurden in Produktvideos inszeniert und ich habe mich gefragt, was das Besondere an einem Schal sei, der zur Meditation reserviert wird. Als ich mich auf die Recherche begab, stieß ich auf Fotos von Mahatma Gandhi. Stets trägt er einen Schal auf eine bestimmte Art um die Schultern geschlungen.

Bei der weiteren Recherche erhielt ich die Erklärung, in Indien werde der Schal als Erinnerung an Gottes Umarmung getragen. Das Gefühl, das durch den Schal hervorgerufen werde, evoziere also das Gefühl einer Umarmung. Im Speziellen, so ist mir dann im Selbstversuch aufgefallen, produziert es sogar das innere Bild einer Umarmung durch eine höhere Macht, ganz gleich, ob sie den Namen Gott, Intelligenz oder Liebe erhält. Man muss das nur einmal ausprobieren. Es genügt auch der Begriff der Geborgenheit, die als Gefühl entsteht, wenn man sich selbst einen warmen Schal um die Schultern legt und sich dann noch hineinkuschelt.

Und dann stieß ich noch auf den Begriff der Khata, was in China ein traditioneller Begrüßungsschal ist. In Tibet ist er aus weißer Seide als Symbol für das reine Herz des Überreichenden. In der Mongolei ist dieser Begrüßungsschal hellblau, was den Himmel symbolisieren soll. Der Schal steht für Glück, Wohlwollen und Mitgefühl. In der Praxis wird der Schal entweder von einem Gast an den Gastgeber oder umgekehrt überreicht oder auch von einem Lehrer an seinen Schüler oder umgekehrt oder von jemandem, der einen anderen Menschen um Hilfe bittet. So soll die Begegnung unter einen guten Stern gestellt und zugleich kommuniziert werden, dass man frei von Erwartungen, Forderungen und negativen Gedanken ist. Kathas werden auch zu besonderen Anlässen geschenkt wie Hochzeiten, Beerdigungen, Geburten, Schulabschlüssen oder sie werden zum Abschied mitgegeben. Hier schwingt vielleicht der Segen mit: “Mögest du Gottes Umarmung immer spüren.” Neben den beiden häufig verwendeten Farben Weiß und Hellblau gibt es die Khatas durchaus auch in Rot, Grün, Gelb oder Gold, was einen doch sehr an die Chakrafarben denken lässt, oder?

Das Argument, dass ein Mensch sich durch einen Schal gehalten und geborgen fühlen kann, wurde mir von einer Do-it-yourself-Video-Anleitung, die im Internet unter der Überschrift “need a hug?” kursierte, untermauert, in der eine durch Gewichte beschwerte Decke hergestellt wurde. In der FAZ las ich Ende 2017 einen Artikel über Sandwesten, die unruhigen und hyperaktiven Kindern angelegt werden, um sie zu beruhigen. Im Artikel heißt es, in einem sozialen Netzwerk habe es dazu die unmöglichsten Kommentare gegeben und ich hatte sie damals auch gelesen, diese Kommentare, und vermutet, dass die Sandweste an dieser Stelle von den Kommentatoren reichlich fehlinterpretiert worden sei. Sie folgt doch letztlich dem Konzept der Therapiedecke, die es inzwischen in hoch ausgearbeiteter Form mit Samtbezug und Glaskügelchen anstelle von Sand als Innenleben zu kaufen gibt und sich für gestresste Menschen, denen es schwer fällt, sich zu entspannen, als absolute Wohltat herausstellt. Das Gewicht auf dem Körper simuliert das Gehaltenwerden und führt so zur Stressreduktion im Nervensystem. In dem Buch “Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier” berichtet die Autistin Temple Grandin von ihrer Erfahrung, dass eine spezielle eng gewickelte Decke, die sie einmal am Tag benutze, ihr ein Gefühl von Sicherheit gebe. Ihre Arbeit besteht darin, sich in Tiere hineinzuversetzen und den Tierhaltern, vor allem Farmern, zu kommunizieren, wo Lösungsansätze für Schwierigkeiten mit den Tieren liegen könnten. Unter anderem gibt sie für ängstliche Hunde den Tipp, sie mit einem Tuch eng zu umwickeln, damit sie sich sicher fühlen können, ein Tipp, der vor allem jedes Jahr zu Silvester in den Tierhalterforen ausgetauscht wird.

In der preisgekrönten BBC-Serie “Call the midwife – Ruf des Lebens” (wobei die Übersetzung von “midwife” = Hebamme ist), fällt dem Zuschauer bis zur fünften Staffel sonnenklar auf, dass jede Episode damit endet, dass ein glückliches Kind glücklich auf die Welt geholt wird und dass das Glück darin dokumentiert – wenn nicht sogar dadurch hergestellt wird -, dass das Neugeborene in eine Häkeldecke gewickelt im Kinderwagen, Bettchen oder in den Armen der Eltern liegt. Jedes Neugeborene hat seine Häkeldecke und sie liegt zu seinem Willkommen in der Welt schon Monate vor seiner Geburt bereit.

Für Schals jedenfalls hatte ich schon immer eine Vorliebe. Ich mochte dieses grau-schmuddelige Herbstwetter, weil das die Zeit der bunten Schals war. Kisten voller Schals habe ich. Und als Jugendliche habe ich sie auch selbst gefertigt. Lange und breite Schals, in die man sich richtig hineinwickeln kann. Wahrscheinlich habe ich mir sie ganz unbewusst umgelegt, wenn die äußere Kälte im Grunde das innere Frieren gespiegelt hat und ich in Wahrheit eine Umarmung gebraucht hätte, zu der aber kein anderer Mensch zur Verfügung stand. Eine Erfahrung, die in unserer Gesellschaft doch eher zu einem großen Problem geworden ist, als dass es kleiner geworden wäre. Es ist bekannt, dass die meisten Menschen, die an Depression oder sogar unter Süchten leiden, einsam sind und dass ihnen die Oxytocin-Produktion und das Serotonin fehlen. Es fehlen die Neurotransmitter, die zu einem Gefühl von Entspannung, Trost, Sicherheit und von Bindung und Zugehörigkeit führen.

Die Geste aber, sich selbst einen Schal um die Schultern zu legen und ihn sich vor der Brust übereinanderzulegen, hat eine Energie der Selbstfürsorge. Das an einem innerlich oder äußerlich kalten Tag zu tun, egal also, ob das Gefühl der Kälte emotional oder physisch erzeugt wird, produziert ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Ein Gefühl von Liebe, ohne, dass es einen anderen Menschen braucht, der liebt. Ein subjektloses Geliebtseinsgefühl. Es erfüllt das Grundbedürfnis nach Bindung, selbst wenn es keine Bindung an einen anderen Menschen ist. Sich den Schal intendiert selbst umzulegen, kreiert die Verbindung mit sich selbst.

Bei diesem Gefühl geht es ganz elementar um das Grundbedürfnis nach Bindung, in dem man sich zuerst unabhängig machen muss von anderen Menschen, die Bindung also zu sich selbst herstellen muss, um sich danach auf gesunde Art und bedingungslos mit anderen Menschen verbinden zu können. Mit gesund ist gemeint: jenseits der Extreme von emotionaler Deprivation und emotionaler Abhängigkeit, sondern stattdessen in einer gänzlichen Bedürfnislosigkeit rein um der Freude an der Verbindung Willen lieben zu können.

Es geht darum, dass wir mit unseren uns innewohnenden Kräften, der Fähigkeit zur Selbstempathie und der zur Selbstfürsorge uns selbst in einen entspannten Zustand versetzen können, in dem Oxytocin doch wohl produziert werden müsste. Das weibliche Prinzip in uns, das auch Yin genannt wird, flüstert uns zu “alles wird gut, entspann dich”, wenn wir uns den Schal um die Schultern legen. Es mag ein inneres Hören sein, das die Botschaft vernimmt, ein Gefühl oder ein Wissen und die Quelle mag unser innerer Erwachsener sein, aus unserer eigenen Erfahrung und Weisheit oder es mag eine höhere Weisheit sein, die da flüstert, eine transzendente Instanz vielleicht, zu der wir eine intuitive Verbindung haben.

Zugleich versorgt das männliche Prinzip, das auch Yang genannt wird, uns ganz manifest und konkret erlebbar mit Wärme und verwendet dazu das Material aus der uns umgebenden Welt. Das kann ein Tee sein, ein Bad, eine Decke, ein Schal. Was wir erschaffen, zunächst in uns selbst und dann mit Anderen, ist Verbindung. Wir haben die Fähigkeit dazu in uns, auch wenn es derzeit nur wenige Menschen gibt, die es schaffen, sich durch jene höhere Macht wirklich ausreichend geliebt zu fühlen, um das Gefühl von Einsamkeit und Bedürftigkeit nach einem anderen Menschen, der einen lieben soll, abzulegen. Zumeist herrscht die Bedürftigkeit vor, das Brauchen anderen Menschen gegenüber. Von dem, was als Geben erscheinen soll, fühlt sich wiederum ein Anderer so oft nicht gefüllt, weil es sich, wenn man der Energie dieses Gebens auf den Grund geht, so oft doch nur als Nehmen entpuppt. Es ist wichtig, dass wir uns selbst genug sein können, um die Beobachtung dieses als Geben getarnten Nehmens urteilslos beim Anderen lassen zu können.

Mir ist aber noch etwas aufgefallen. Mit einem Schal lassen sich Energien lenken und lässt sich die Aufmerksamkeit fokussieren. Auf diese Art ist man in der Lage, empfundene Disbalancen permanent auszugleichen und die Balance wieder herzustellen. Einen Schal um die Schultern zu tragen statt einer Jacke, mag auf den ersten Blick unpraktisch anmuten, so, als würde dieses ungewohnte Kleidungsstück einen in der Bewegungsfreiheit einschränken. Ständig scheint es zu verrutschen, das gute Stück, und man muss es wieder zurechtlegen. Auf einem langen Spaziergang aber erweist sich gerade diese Beweglichkeit dem Schal oder Tuch gegenüber als Segen, wie ich herausgefunden habe. Dieses unangenehme Taubheitsgefühl in den Händen kennt vermutlich jeder Wanderer, das besonders dann entsteht, wenn es warm ist und die Arme nichts weiter zu tun haben als an den Körperseiten herunter zu baumeln. Nordic Walker arbeiten diesem unangenehmen Gefühl mit Pumpbewegungen an den Stöcken in ihren Händen entgegen. Das Hantieren mit dem Schal erweist uns einen ähnlichen Dienst. Außerdem vertreibt dieses Hantieren Mücken, verschafft uns ein Gefühl fröhlicher Beschwingtheit und wir können auf kleinste Temperaturschwankungen reagieren.

Im Frühling ist das bei einem Feld- und Waldspaziergang ein Segen. Es wechselt der Eindruck von Sonne zu Wind zu Schatten so häufig und für hoch sensible Menschen so spürbar, dass es sich angenehm ausnimmt, diesen Schwankungen gleich begegnen und die empfundene Disbalance ausgleichen zu können. Ein schönes Symbol, diese kleine Macht über die Disbalance, die einzuüben uns auch im restlichen Alltag sehr weiterhilft. Sie basiert auf unserer Präsenz dem gegenüber, was gerade im Außen vor sich geht und was es für uns bedeutet, wie wir uns dem gegenüber fühlen plus, was wir unter den gegebenen Bedingungen brauchen, um uns entspannt und wohl zu fühlen. Dieser Präsenz folgt mit der Veränderung des Schals um unsere Schultern, eine prompte Konsequenz. Wir bieten uns selbst Schutz oder gewähren uns mehr Freiheit, erzeugen Wärme oder legen den Schal ab. Das Symbol der Anpassung des Schals steht für unser Vermögen, stets Herrin oder Herr im eigenen Haus zu sein. Es erfüllt sich das seelische Grundbedürfnis nach Kontrolle und das nach Autonomie. Wir gestalten unser Empfinden, gleichen es aus, wenn es aus der Balance zu geraten droht und zwar reagieren wir sofort, ohne eine zeitliche Verzögerung, in der die Disbalance sich im Alltag so leicht zu einem schwerwiegenden Ungleichgewicht auszuwachsen droht, weil wir zu spät und also nicht angemessen reagieren. Indem wir das Material in den Händen halten, fühlen wir uns kompetent und indem wir es kreativ verwenden, erweisen wir uns selbst die Freiheit der Gestaltung.

Was mir jetzt noch interessant erscheint, ist die Aufmerksamkeits- und damit die Energielenkung, die im Justieren der Schalposition geschieht. Der Schal wird mal vor dem Hals, mal vor dem Herzen, mal vor Herz und Solarplexus gerafft und mal wird er in zwei Lagen vor den Bauch gehalten, um den Bauch gewickelt sogar oder eben als Bahn über die Schulter gelegt. Je nachdem, welcher Körperbereich intuitiv mehr Schutz oder Wärme benötigt, wird die liebevoll fürsorgliche Aufmerksamkeit einfach im Alltag, bei einem Spaziergang oder in einer herausfordernden Situation zu jenem Energiezentrum gelenkt, das zusätzliche Kraft benötigt. Blicken wir dabei gerade auf die Weite eines Feldes, auf die Schönheit einer Blume, auf den Reichtum eines Waldes, lenken wir Weite, Schönheit und Reichtum in unsere Energiezentren. Ganz abgesehen davon, dass die Energie der Schalfarbe auf das jeweilige Chakra einwirkt.

Mit einem Schal ist dieses Handauflegen ganz natürlich und unauffällig möglich. Ohne Schal würde es wie eine Reiki-Behandlung und unter Umständen deplaziert wirken. In Wahrheit aber geschieht genau das, wenn wir unseren Schal raffen. Über unsere Aufmerksamkeit lenken wir die Energie dorthin, wo wir sie brauchen und werden zu unserem eigenen Kanal für die kosmische Liebe. Das ist nichts Anderes als Reiki. Wir regen in uns selbst die Oxytocin-Produktion an, die uns zur Entspannung und zur Heilung zur Verfügung steht.

Ganz davon abgesehen ist die Produktion eines Schals, gestrickt, gehäkelt oder gewebt, solange es in bedächtiger Handarbeit erfolgt, pure Meditation. Die beruhigende Wirkung des Handarbeitens ist schon lange wissenschaftlich belegt. Der Atem reguliert sich, der Blutdruck senkt sich über dieser gleichmäßigen und friedlich-kreativen Tätigkeit. Über den Dialog im Innern, der bei so einer Tätigkeit leicht stattfinden kann, das Lauschen nach Innen, während man die Aufmerksamkeit aus dem Außen abzieht, lohnt es sich ganz genauso zu sprechen, wie über den Schal selbst.

Menschen, die von selbstgefertigten Schals beschenkt werden, schwören auf die Energie der Liebe, die nach dem Schenken noch im Schal stecken soll und die zu spüren sei, wenn man sich diesen Schal liebevoll selbst um die Schultern lege. Man stelle sich nur einmal vor, ein von prüfungsangst geplagter Mensch erhalte am Vorabend zu seinem Examen einen roten Schal, der sein Wurzelchakra anspricht und seine selbstsichere Kompetenz fördert. Vorausgesetzt natürlich, er hat die Kompetenz vorher gefüttert, was Aufgabe seines erwachsenen Yangs gewesen wäre, wird die Stärkung seiner Selbstsicherheit ihn möglicherweise über sich selbst hinauswachsen lassen. Wäre das nicht wundervoll?

Das Schreibspiel

Oder: Einfach erzählen

 

Liebe Emma,

dass das Erzählen eine extrem wichtige Sache ist, das hast du ja auch schon erfahren. Du hast Romane immer geliebt. Haben sie dir nicht von der Welt erzählt, vom Leben und von den Menschen, von all den Möglichkeiten, die das Leben in der Welt den Menschen bietet? Du warst so entsetzlich verzweifelt, weil dein Leben mit Charles nichts von dem bereitgehalten hat, was du in den Romanen vorgefunden hast. Es war trist für dich, langweilig, leer. Oh, diese Leere! Die musste dich ja verzweifeln! Wie sehr habe ich da mitgefühlt, als du von dieser Leere erzählt hast, die du gerade im Unterschied zu dem gespürt hast, was du dir an Nachahmung des Erzählten gewünscht hast.

Siehst du, wenn du das Schreibspiel mit mir machen würdest, würden wir uns diese Leere gemeinsam sehr genau anschauen können und du müsstest dich nicht diesem Rodolphe an den Hals werfen (außer, wenn du es zum Vergnügen tun würdest), müsstest dich nicht hoffnungslos verschulden (außer, du würdest es bewusst tun und hättest einen guten Grund dafür) und auf keinen Fall würdest du dir von Monsieur Homais das Rattengift geben lassen, weil du keinen Ausweg mehr für dich siehst. Das würde nicht geschehen. Vorher hätten wir eine Menge miteinander erzählt, ganz so, wie es zu allen Zeiten gemacht wurde, um sich selbst und das, was zwischen den Menschen geschieht, besser zu verstehen. Das war ursprünglich mal der Grund, weshalb das Erzählen begonnen hat, weißt du? Die alten Erzähler haben Geschichten erzählt, um den Frieden in der Sippe immer wieder neu herzustellen und ihn so zu sichern. Das Erzählen hat Verständnis geschaffen, ohne, dass jemand belehrend und maßregelnd herumgelaufen wäre und die Clanmitglieder zu erziehen versucht hätte. Nein, stattdessen gab es wohl das Lagerfeuer und dort wurden Geschichten erzählt, die klärend wirkten, Dinge bewusst machend und dann auch wieder verbindend und sogar transformierend. Verbunden wurden die Menschen mit sich selbst und mit ihren Mitmenschen, einfach, indem sie erzählten.

Hast du von Aristoteles gehört, der dieses Erzählen so wunderbar beschrieben hat? Er hat genau untersucht, wie es funktioniert und was es überhaupt tut und was durch das Erzählen im Menschen geschieht. Damit arbeiten wir im Schreibspiel. Wir benutzen sein Modell des aristotelischen Drama-Dreiecks, um innere und äußere Konflikte sichtbar zu machen. Bei Aristoteles beschreibt das Drama-Dreieck die Entwicklung einer Figur. Wir benutzen es ganz ähnlich, aber nicht zur reinen Beschreibung, sondern zur erzählenden Gestaltung. Das sieht ungefähr so aus:

 

Im Schreibspiel würden wir in jeden einzelnen Aspekt der “Figuren”entwicklung hineingehen und ihn uns im Bezug auf dein Leben genau anschauen. Welches Grundbedürfnis wurde verletzt? Welche Konditionierung, welches Glaubensmuster oder welche Angst liegt jetzt vor? Wie reagiert das innere Kind darauf? Und dann: Wodurch kann die Emanzipation von den Kindheitsmustern stattfinden, so dass Konsistenz hergestellt werden kann?

Aus dem aristotelischen Modell habe ich dann noch eine Siebener-Form gemacht, bezogen auf die Grundbedürfnisse und Grundängste des Menschseins. Die Psychologen sehen da nur vier Grundbedürfnisse, ich weiß, aber die Erzähler schmücken die Dinge ja gerne ein wenig mehr aus, wenn es dem besseren Verständnis und vor allem der Erlebbarkeit dient. Und ich bin eine Erzählerin. Außerdem ist uns Erzählern die Zahl 7 einfach magisch und heilig und bevor wir uns auf fünf oder sechs Grundbedürfnisse festlegen, schauen wir doch lieber nochmal genau hin und füllen sie bis zu den üblichen 7 auf. So jedenfalls hab ich das gemacht. Du wirst sehen, dass das auch sehr plausibel ist, denn Konsistenz, die von den Psychologen mehr so im Vorbeigehen benannt wird, ist für mich ein Grundbedürfnis und da wären wir schon bei vier. Und Autonomie ist für mich ein ganz eigenes Grundbedürfnis und findet in der Weltliteratur auch seine eigenen Werke, statt sie mit dem Bedürfnis nach Kontrolle zusammenzudenken. Da wären wir bei sechs. Ganz seltsamerweise empfinden nur wenige Psychologen die Transzendenz als ein seelisches Grundbedürfnis, aber das steht für mich völlig außer Frage, dass es eins ist! Wir reden über die Seele und dann soll die Transzendenz kein Grundbedürfnis sein? Das ist ja absurd! Und so kommen wir auf sieben.

 

Wenn du das System der Drama-Dreiecke, wie sie dem Schreibspiel dann zugrunde liegen, nachlesen möchtest, kannst du das in Google Classroom tun. Schreib mir einfach eine E-Mail, dann lade ich dich zu diesem Kurs ein, den ich weiter hinten auch noch genauer erläutere.

Im Schreibspiel jedenfalls würden wir uns diesen sieben Bedürfnissen der Seele widmen. Nicht allen auf einmal, sondern denen, die für dich relevant sind. Und wir würden einen Weg finden, wie du dich von den Ängsten emanzipieren kannst, die sich aus der Nichterfüllung der Bedürfnisse, aus der Inkonsistenz ergeben. Ich würde dich in deine Konsistenz hineinführen, ganz einfach, indem wir miteinander erzählen, wie es der geniale Aristoteles mit seinem Spannungsbogen auch schon beobachtet hat, wodurch gutes Erzählen gelingt. Weißt du, welchen ich meine?

Für die Arbeit im Schreibspiel habe ich auch ihn, den Spannungsbogen, etwas verändert, aber vom Grundprinzip ist er geblieben, was er immer war: eine klare Struktur, die die Heldin oder den Helden in seine Lösung hineinführt. Bei uns sieht der Spannungsbogen, dem wir folgen, dann so aus:

Der Geist des ursprünglichen Erzählens ist noch immer gut erkennbar, oder? Und wenn du dann noch willst, dann würden wir schauen, ob nicht noch ein Tick mehr geht, ein Schritt hinein in die Transzendenz, in der du dich mit deinem höheren Selbst verbinden kannst. Aber das ist keine Notwendigkeit für unsere Arbeit, es ist nur ein Angebot. Dieses kleine Quäntchen mehr noch anzuschauen, das über die erreichte Vernunft, die erreichte Fähigkeit zur Selbstverantwortung hinausgeht, wenn du magst. Es ist die Verbindung mit deinem höheren Selbst, von der ich spreche.

Ich denke, am Ende hättest du eine bessere Lösung für dich gefunden, um die innere Leere aufzufüllen. Wir hätten herausgefunden, wonach du in Wirklichkeit suchst, denn ganz bestimmt waren es nicht die Feste, die Kleider, der Pomp und das Gerede von Rodolphe, wonach du dich in Wahrheit gesehnt hast. Ganz bestimmt hatte es damit zu tun, dass deine Seele auf die Erde kommen, ihren Platz einnehmen und sich verwirklichen wollte. Wenn sie daran gehindert wird, und das war im 19. Jahrhundert für Frauen wohl zumeist so, dann entsteht das Gefühl der Verzweiflung. An anderen Orten als dem Erzählen, wird das Phänomen auch Inkonsistenz genannt und im 19. Jahrhundert nannten sie es einfach Hysterie. Anfang des 20. Jahrhundert wurde es dann ein bisschen zügig zur Neurose erklärt und dabei ist es wohl irgendwie geblieben, wenn auch alles noch hübsch angeordnet in einem Übersichtskatalog. Aber das Ziel, das in der Literatur und bei jeder Art von Erzählen immer verfolgt wird, ist es, Konsistenz herzustellen. Konsistenz ist ein Grundbedürfnis der Seele. Das innere Erleben will mit dem äußeren Geschehen in Übereinstimmung gebracht werden. Und der Mensch will in seiner Existenz identisch sein mit ihrer Essenz. So hat es uns der Philosoph Jean-Paul Sartre mit seinem Existenzialismus erklärt. Die Seele zeigt sehr deutlich an, wenn es hier eine Differenz gibt. Sie zeigt es durch Schmerz und Sehnsucht.

Ich wünschte, liebe Emma, du hättest das Schreibspiel gefunden, und du hättest nicht nur Romane und damit die Geschichten der Anderen konsumiert, sondern deine eigene Geschichte geschrieben. Vielleicht wäre es zunächst eine dunkle Geschichte gewesen, wie sie sich für jeden Helden am Ausgangspunkt seiner Geschichte darstellt. Aber wir hätten sie nach und nach und ganz unerbittlich konsequent in eine strahlendhelle Geschichte verwandelt. Wir hätten sie neu geschrieben, deine Geschichte. Als Erzählerin weiß ich sehr genau, wie das geht. Bei deinem Geist, was für ein wundervolles Leben du hättest führen können, wenn wir nur deine Ressourcen aktiviert hätten!

Ich hoffe, liebe Emma, du wirst noch ins Schreibspiel finden und dann heben wir die Schätze vom Grund deiner Tiefe an die Oberfläche, jene Schätze, die du bisher auf Charles projiziert hast und als der als geeignete Projektionsfläche ausgefallen ist, dann auf Rodolphe und auf Léon und immer auf die Heldinnen deiner Romane. Das ist alles in dir, alles, was du an Licht projizierst, indem du andere beneidest oder sie im Übermaß bewunderst, und du kannst es selbst leben, statt immer wieder Enttäuschungen zu erleben. Ich wünsche dir, dass du noch dahin findest, zu dir selbst und zu deinen eigenen inneren Schätzen, von denen deine Sehnsucht bereits so klar und deutlich erzählt.

Deine Ariela

P.S.: Wenn du dir die Sache nochmal genauer und sehr konkret anschauen willst, würde ich dir in dem Blog-Artikel „Zeit für sich selbst“ gerne die beiden Varianten des Schreibspiels vorstellen.

 

 

 

 

 

 

Grundbedürfnisse der Seele

Oder: Was man andernorts auch Schattenarbeit nennt

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Liebe Ilsebill,

du sagst, es sei ein Kreuz mit deinem Mann gewesen, dass er sich die ganze Zeit so geziert habe, zu dem Butt zu gehen und ihm einfach zu sagen, was du von ihm willst. Das verstehe ich. Aber ich frage mich auch, liebe Ilsebill, warum du nicht selbst gegangen bist? Wusstest du denn so genau, was das ist, was du willst? Irgendwie musste die Sache ja immer größer werden, die der Butt dir erfüllen sollte, zuerst ein Haus, dann ein Schloss, ein Palast, dann wolltest du König sein, Kaiser, Papst, und dahinter habe ich schon eine Menge Schmerz gefühlt. Ein Getriebensein war da, so wie ich es wahrgenommen habe, so als würdest du nach etwas suchen, das existenziell wichtig wäre, aber du konntest es nicht finden, weil dir nicht klar war, wonach du eigentlich suchtest. Könnte das sein?

Weißt du, im Grunde ist es für mich sehr verständlich, dass du ständig Angst hattest, noch nicht das Richtige erhalten zu haben und ständig nach dem Nächstgrößeren verlangt hast. Die Seele – oder eigentlich ihre Manifestation, die Psyche – verlangt nach einigen Parametern, über die es auch kein Verhandeln gibt. Der Mensch an sich braucht ganz unbedingt das Gefühl, Herr oder Herrin im eigenen Haus zu sein, also das Gefühl von Kontrolle. Deshalb hast du wahrscheinlich immer weiter nachgedacht, wie du die Sache noch besser gestalten könntest. Dass das Leben einfach schön sein soll, ist eine Forderung der Seele, gegen die es nichts zu sagen gibt. In einem Topf zu wohnen, so wie ihr beide, das verursacht Schmerz, und Schmerz versucht die Seele ganz klar zu vermeiden. In einem Topf zu wohnen lässt dich auch fragen, ob du nicht eigentlich mehr wert sein solltest, als in einem stinkenden, ekligen Topf zu hausen. Und irgendwie war die Innigkeit zwischen dir und deinem Mann auch nicht so, dass man jetzt von Verbindung hätte sprechen können. Oder irre ich mich da? Insgesamt waren die Dinge einfach nicht so, wie sie für dich persönlich hätten sein müssen, um dich glücklich und authentisch zu fühlen und darum ist diese Angst entstanden, diese Angst, nicht genug zu bekommen, die Angst, dass das Leben so unberechenbar bleiben könnte, die Angst, dass du vielleicht wertlos sein könntest und die Angst, dass du nicht gut genug bist, um dein Leben nach deinen Vorstellungen zu gestalten. Ich frage mich, ob es nicht eigentlich sogar um eine noch höher angesiedelte Angst ging, die, dass du verletzt werden könntest und dass du deshalb gedacht hast, je mächtiger du wirst, desto kleiner wird die Gefahr? Der Butt hat da wohl später einen gewissen Hochmut gesehen, der der Angst vor Verletzung ja direkt gegenüber steht. Aber ging es in diesem Zusammenhang nicht auch um deine Autonomie und weil du sie in diesem Topf nicht erfahren konntest, wohl aber mehr und mehr mit zunehmender Macht und zunehmendem Material um dich herum, ging es da nicht auch um die Kompensation der Angst, du könntest dein eigenes Leben, so wie es gedacht war, versäumen?

Was für einen Stress diese immensen Ängste in dir ausgelöst haben müssen! Natürlich hast du aus diesem Stress heraus alles versucht, um das Ruder herumzureißen, und mich hätte auch auf die Palme gebracht, wenn mein Mann sich dann immer so geziert hätte, zu dem Butt zu gehen und meinen Wunsch vorzutragen, statt dass er überhaupt einmal klar zum Ausdruck gebracht hätte, was er über die Sache denkt.

Aber, liebe Ilsebill, am Ende des Tages hast du es in deiner Angst wohl übertrieben und bist etwas zu stark in das Extrem der Gier hineingegangen. Ich finde, das hätte dein Mann dir sagen sollen, statt es nur vor sich hin zu murmeln, der Feigling. Am Ende des Tages saßest du leider wieder in dem alten Topfe, wo du ja noch immer sitzt und von wo aus dein Mann im anderen Extrem sitzt und sich weigert, je wieder zu dem Butt zu gehen. Du sagst, dein Mann, mit seiner ewigen Verweigerungshaltung, sei das ganze Unglück doch eigentlich Schuld. Komm schon, Ilsebill, das ist nicht die ganze Geschichte. Aber es ist auch nicht das Ende der Geschichte! Das ist der Anfang! Lass uns anfangen, deine Geschichte neu zu erzählen, und dann machen wir aus der dunklen Geschichte voller Angst eine helle, eine voller Zuversicht und Hoffnung. Wir fangen damit an, dich zu fragen, wieso du eigentlich nicht selbst zu dem Butt gegangen bist, denn das würde mich brennend interessieren. In der Antwort, das kannst du mir glauben, liegt eine immense Kraft. Und was wir daraus machen, ist, dass wir die Antwort einfach erzählen, so, als hätte die Sache eben doch stattgefunden. Dem Hirn ist das total egal, ob es stattgefunden hat oder nicht. Wenn eine Erzählung richtig gut ist, richtig gelungen, dann kommt dein Herz auch über die Erzählung in Bewegung und um die Bewegung geht es. Renn zu dem Butt, würde ich dir sagen, und dann sag ihm, was du in Wahrheit willst, und wenn du das gemacht hast, dann schauen wir nach den vernünftigen Wegen, wie wir die Wahrheit jetzt auch in dein Leben hineinbringen. Wenn du erst mal in Bewegung geraten bist, ist das ein kleiner und so absolut machbarer Schritt. Du wirst sehen.

Wann fangen wir damit an, Ilsebill? Wann sehen wir uns im Schreibspiel?

Ariela

Vernunft

Oder: Wenn wir mental erst mal wirklich erwachsen sind

Liebe Marie,

wusstest du, dass du seit Jahrhunderten schon als leuchtendes Beispiel hingestellt wirst für Tugend und Fleiß und Gehorsam und Disziplin? Du fühlst dich dabei reichlich missverstanden? Das kann ich verstehen. Als du damals in den Brunnen gesprungen bist, der Spindel hinterher, da hättest du dir wohl nicht träumen lassen, dass dir dieser Sprung am Ende so zu Ruhm und Ehre gereichen würde. Oder besser: Alles was danach kam. Aber es war schon wirklich erwachsen von dir, wie du mit den Broten und den Äpfeln umgegangen bist, statt sie, wie deine Schwester, einfach zu ignorieren. Präsent warst du und empathisch und fürsorglich für die Nöte der Anderen. Und dann hast du angemessen gehandelt, konsequent nach dem, was du wahrgenommen hast. So geht Erwachsensein und das hat dich zur Heldin gemacht. Und dass du keine Angst vor den Zähnen der Frau Holle hattest, das zeugt ebenfalls von Präsenz und einem gesunden Unterscheidungsvermögen. Ich finde dein Wesen einfach bewundernswert – und ich glaube, daher stammt in Wahrheit dein Ruhm – dass du es geschafft hast, dort in der Welt der Frau Holle ganz bei dir zu bleiben und angesichts der Wirklichkeit, wie sie sich dir geboten hat, du selbst zu sein oder eher: zu werden. Mit dem vorhandenen Material hast du deine eigene tiefe Wahrheit ausgedrückt und das war schon große Kunst. Den Goldsegen hattest du am Ende einfach verdient. Er war ja auch weniger Lohn als mehr die Manifestation dessen, was in dir freigelegt worden war.

Ich frage mich, was wir mit deiner Schwester machen sollen. Ich meine, wäre es nicht hilfreich für sie, zunächst einmal ebenso erwachsen zu werden wie du? Da landet sie ebenfalls in der anderen Welt und soll sich bewähren, ist einzig aufgefordert, zu sagen, wer sie in Wahrheit ist, aber die Wahrheit ist derzeit: Sie weiß es nicht. Ist das nicht traurig? Sie läuft herum und benimmt sich wie ein Kind, verweigert die erbetene Hilfe, gibt freche Antworten, ist blind den Bedürfnissen der Anderen gegenüber. Und ja auch gegenüber ihren eigenen, das ist ja das größte Problem. Sie lässt sich von ihrer Mutter instrumentalisieren als sei sie nur deren Projektionsfläche und habe überhaupt keinen eigenen Willen und keine eigene Vorstellungskraft. Vielleicht hat sie die auch nicht, deshalb läuft sie auf Befehl los, obwohl sie gar nicht dahintersteht und springt ebenfalls in den Brunnen. Es muss ja schief gehen, so ein Unterfangen, das gar nicht den eigenen Neigungen entspricht. Da kann ich verstehen, dass ihr am Ende alles zu viel war und sie überhaupt nicht mehr arbeiten wollte und sich gänzlich verweigert hat. Dass sie dann mit Pech überschüttet wurde, war bedauerlich, aber auch irgendwie konsequent und logisch. Die Gute hatte ja nicht, so wie du, Marie, zu sich selbst gefunden. Sie war nicht erwachsen geworden, konnte nicht zu sich stehen und ihre Meinung vertreten und die notwendigen Veränderung, die zu ihrem persönlichen glücklichen Leben notwendig gewesen wären, die konnte sie auch nicht realisieren. Sie kam nach Hause und wusste noch immer nicht, wer sie eigentlich ist. Da stand sie mit dem ganzen Pech auf dem Leib selbst dann noch unter der Schelte und der Fuchtel ihrer Mutter. Auf Mitgefühl konnte sie da lange warten. Armes Ding.

Sag, Marie, könnten wir ihr nicht helfen? Könnten wir nicht mir ihr zusammen ihren inneren Erwachsenen, ihre Vernunft, herauserzählen, so dass sie überhaupt erst mal fühlt, wer sie in Wahrheit ist? Dann kann sie es vielleicht beim nächsten Mal besser machen. Oder sie sagt ihrer Mutter gleich, dass sie für so eine Nachahmung nicht zur Verfügung steht, dass in den Brunnen zu springen dein Ding vielleicht war, aber deshalb nicht automatisch auch ihres sein muss. Autonomie würde ich ihr wünschen, Marie, so wie du sie für dich gefunden hast. Die Freiheit zur inneren Entscheidung. Wenn du magst, dann richte ihr meinen Gruß aus, warm und herzlich, und sag ihr, dass sie mir im Schreibspiel willkommen ist. Dort erarbeiten wir, bevor wir irgendetwas Anderes tun, den inneren Erwachsenen oder die Vernunft, aber man kann es auch Verstand nennen. Den echten Verstand – und nicht den inneren Kritiker, der die verinnerlichte Nörgelei und Kritiksucht ihrer Mutter ist.

Bitte grüß deine Schwester von mir und eine warme Umarmung an dich, liebe Goldmarie. Ob in der Umarmung mit dir wohl ein wenig Gold an mir hängen bleibt? Das frage ich mich.

Deine Ariela

Balance

Oder: Innerer Frieden, Konsistenz, Zufriedenheit, die innere Mitte finden

Liebes Glückskind,

liebes Sterntaler-Mädchen,

liebe Rapunzel,

liebe Schneeweißchen und liebe Rosenrot,

wie auch lieber Johannes,

ich wende mich an euch alle sechs, weil ihr doch wahrhaft alle Beispiele und Vorbilder für einen Menschen in seiner inneren Mitte seid. Wie zum Beispiel ihr beiden, Schneeweißchen und Rosenrot, dem garstigen Zwerg gar keinen Raum gegeben habt, euch zu verletzen, stattdessen euren eigenen Raum gehalten habt, so dass keine seiner intendierten Verletzung euch treffen konnte, das war eine Meisterleistung! Indem ihr über euren Wert konsequent Bescheid wusstet, habt ihr auch den Wert des Bären befreit. Wir bräuchten so viel mehr Menschen wie euch auf der Welt, die angesichts der vielen Verletzungen, die von ängstlichen inneren Kindern ausgehen, stoisch bei sich selbst bleiben, stoische Freundlichkeit zeigen und somit den Wert des Anderen stoisch beleuchten.

Und du, Glückskind, dir wird ja immer nachgesagt, du seist eigentlich nur ein Traumtänzer, der vom Zufall begünstigt werde, aber das muss man ja auch erstmal hinbekommen! Da kann ich nur sagen: Wer hat, der hat, nur keinen Neid! Ich finde es enorm, wie du es geschafft hast, stets in deinem Vertrauen zu bleiben, dass die Dinge sich für dich zu dem wenden werden, wie es dir dient und wie es die Prophezeiung, du würdest die Prinzessin heiraten, erfüllt. Das mit der Räuberhöhle mag dabei vielleicht noch als reiner Zufall angesehen werden, aber wie du die Haare des Teufels geholt hast, nun, das war Strategie und Klugheit, indem du nicht nur an die dich leitende höhere Macht, sondern auch an dich selbst geglaubt und die Hilfe der Großmutter erbeten und angenommen hast. Ich hätte diesen König auch für immer auf den Kahn versetzt. Wie seltsam, dass daraus gar kein geflügeltes Wort geworden ist bisher und wir die Menschen, die sich uns gegenüber hartnäckig aus ihren Schatten heraus wie verängstigte Kinder verhalten, sprichwörtlich eher in die Wüste schicken oder dahin, wo der Pfeffer wächst.

Liebes Sterntaler-Mädchen, wie sehr ich es dir gegönnt habe, dass du am Ende wieder ein Hemdchen anhattest und dass es auch noch aus feinem Linnen war, in das du die Sterne aufsammeln konntest, die als Taler vom Himmel gefallen sind. Du bist so sehr im Vertrauen geblieben, dass der Himmel dich halten würde, so dass du es dir leisten konntest, dein letztes Hemd zu geben. Manche sagen, du seist doch ganz schön naiv gewesen und dann gibt es noch die Märtyrer-Typen, die glauben, nur wenn man sein letztes Hemd gebe, werde man belohnt werden, ganz abgesehen von den Habgierigen, die diese Behauptung aufstellen, um das letzte Hemd zu ergattern. Aber du weißt es besser. Nicht weil du dein letztes Hemd gegeben hast, wurdest du belohnt, sondern du hast dich gehalten gefühlt und darum konntest du dein letztes Hemd geben, ohne Angst zu haben, dass du Mangel erleiden würdest. Das ist pures Selbstvertrauen. Und dass die Taler vom Himmel fallen, ist die Manifestation der Selbstliebe. Sie fallen bedingungslos, weil sie eben fallen. Hildegard Knef hat später gesungen, dass es für sie rote Rosen regnen solle und ihr sämtliche Wunder begegnen sollten. Da warst du sicher ihr Vorbild.

Ach, Rapunzel, wie sehr habe ich dich bewundert, dass du konsequent zu dir gestanden und deine Wahrheit vertreten hast, egal, welche Konsequenzen du von dieser Frau Grotel zu ertragen hattest. Du hast gesagt, was zu sagen war, ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Zauberin, die sich ebenso gut hätte im anderen Märchen in den freigewordenen Eisenofen hätte setzen können. Es war eben an der Zeit, die Wahrheit zu sagen und das Gefängnis zu verlassen, und das hast du unternommen. Du bist strikt mit dir selbst identisch gewesen und bist es geblieben und hast deine innere Wahrheit vertreten. Auch in den elenden Jahren in der Wüste bist du von deinem liebevollen Selbst nicht abgewichen. Ich war wirklich froh, dass du noch weinen konntest, so dass deine Tränen schließlich den Königssohn von seiner Blindheit erlösen konnten. Wie geht es euch beiden heute? Ich meine natürlich euch, euren Kindern und eurem Königreich? Unter einem Königspaar, wie ihr es seid, wird es wohl blühen und gedeihen.

Nun, Johannes, wir alle wünschen uns einen König und eine Königin, die zu uns stehen und unsere Talente auch dann hochhalten und ihnen vertrauen, wenn sie sie nicht verstehen oder wenn sie unbequem scheinen. Auch wenn du zunächst zu Stein werden musstest, um durch das Vertrauen schließlich erlöst zu werden, so ist deine Magie und auch deine Loyalität, mit der du den jungen König in seine eigene Magie und Loyalität hineingeführt hast, Zeichen deiner Ausgeglichenheit gegenüber den polaren Kräften. Weil du die Dualität überwunden hast, hast du eine Verbindung zur kosmischen Intelligenz und zu Bildnissen und zu Raben, und sie werden dir immer ihre Geheimnisse anvertrauen. Immer. Darauf kannst du vertrauen, solange du bereit bist zu lauschen.

Wir sehr wir von euch lernen können, wenn wir uns euch zum Vorbild nehmen! Ihr seid doch wahrhaft die erzählten Verkörperungen von Kompetenz, Weisheit, Identität, Selbstvertrauen, Zufriedenheit, dem inneren Gehaltensein und einem Gefühl der Sicherheit, das auf Höherem basiert als auf der Abhängigkeit von Menschen und Dingen in der Welt. Und ihr seid vollendete Souveräne! Wie dankbar ich bin, euch kennengelernt zu haben. Ich erzähle meinen Klienten im Schreibspiel sehr oft von euch.

Eure Ariela

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Transzendenz

Oder: Der Mensch ist einfach mehr als Körper und Psyche

Sehr geehrter Herr Hemingway,

von Ihnen wird erzählt, Sie hätten den legendären Satz gesagt: “Heute war ein guter Tag: Ich habe einen Satz geschrieben!” Nun, wenn das stimmen sollte, dann wird das meine Klienten sehr interessieren, denn immerhin haben Sie den Literatur-Nobelpreis erhalten. Also haben Sie ein Werk geschaffen, auch wenn sie scheinbar nicht mehr als einen Satz pro Tag geschrieben haben?! Aber Sie sind ein Meister. Ein Meister zeichnet sich dadurch aus, dass er mit dem Material, das ihn umgibt, auf eine Art, die ihm entspricht, souverän, ja brillant umzugehen versteht. Und dann spricht der Literatur-Nobelpreis natürlich von Ihrem Genie. Kaum ein Künstler kommt ohne Genie aus. Genie ist diese Behauchtheit, Sie wissen schon, mit der Sie nicht nur auf ihren eigenen gut gefüllten Wissensbrunnen zugreifen können, sondern auch auf das kollektive Gedächtnis und auf Ihre Verbindung zur kosmischen Intelligenz. Genies sagen Dinge wie “ich schreibe nicht, ich werde geschrieben!” Und vielleicht schreibt sich da wirklich nur ein Satz am Tag, aber der ist jeweils ein Geniestreich.

Ich glaube ja, wahre Genies sind mit allem verbunden: mit der ganzen Menschheit, der Natur und mit der Transzendenz. Selbst wenn diese Genies in Einsamkeit leben und vorgeben, die Menschheit nicht ausstehen zu können, so würden ihre telepathischen Fähigkeiten doch mehr als ausreichen, um die ganze Menschheit in ihren Absichten und Emotionen zu verstehen. Ohne diese Fähigkeiten, sich in Andere derart tief hineinzuversetzen, würden keine Meisterwerke entstehen. Die echten Meisterwerke sind ohnehin eine Mischung aus höchster Kunst, die auf all dem basiert, was man der Transzendenz zuordnen mag, und Wissenschaft, dem tatsächlich Erlebten, Erfahrenen und Reflektierten. Aber wie diese Wissenschaft zustande kommt, das ist schon wieder transzent, finden Sie nicht? Ist das nicht auch Ihre Erfahrung? Da landet immer genau zur richtigen Zeit die richtige Lektüre in unseren Händen und es ereilt uns stets im passenden (oder manchmal auch unpassenden) Augenblick ein Gedankenblitz, der das Geschehen, an dem wir gerade nicht weiterkamen, den entscheidenden Schritt voranbringt. Auch wenn wir sagen, wir würden nicht meditieren, tun wir es in Wahrheit doch. Unser Leben ist Meditation, finden Sie nicht, Herr Hemingway? Ist das nicht Ihre Erfahrung? Sie sollen ihm mit ein wenig trancefördernder Substanz auf die Sprünge geholfen haben, was man so hört, aber ist es nicht dieses urteilslose Lauschen, das uns eben jene Informationen heran bringt, die wir im entscheidenden Moment benötigen? Absinth jetzt mal hin oder her?

Menschen wie Sie, die solche Sätze sagen können, sind umweht vom Geist der Freiheit und ihrer eigenen Vision, mit der ihre Seele sich auf den Weg gemacht hat. Sie haben wohl auch gar nichts weiter zu tun, als zu vollbringen, wozu die Seele auf die Erde kam. Es wird einige meiner Klienten ermutigen, zu hören, dass es kein eilendes Tempo dazu braucht, dass es Satz für Satz geht und dass vielleicht, falls dieser Satz nicht nur Ihrer persönlichen Legendenbildung diente, sogar ein einziger Satz pro Tag reicht, wenn wir ihn aus unserem Genie heraus schreiben. Und dass das für jedes Werk gilt, das wir mit unseren Talenten erstellen, das dürfte meine Klienten beruhigen.

Jetzt kommt es wohl nur darauf an, herauszufinden, auf welchem Weg der jeweilige Mensch den Zugang zu seinem höchsten Potenzial erhält. Da, lieber Herr Hemingway, würde ich Sie lieber nicht mehr als Vorbild heranziehen wollen. Absinth ist irgendwie nicht mehr state of the art, wenn es um die Verbindung zur Transzendenz geht. Und doch ist es eine Kunst, eine ganz persönliche, die es zu erschließen gilt, falls es dem Menschen ein Anliegen ist, sich mit der kosmischen Intelligenz zu verbinden. Ich würde da lieber auf mein eigenes Werk verweisen, auch wenn es noch im Entstehen begriffen ist. Aber auch im Schreibspiel habe ich gesündere Wege entwickelt, um den Menschen den Zugang zu ihrer höheren Intelligenz zu ermöglichen als über Absinth.

Übrigens mochte ich “Paris. Ein Fest fürs Leben” tortzdem sehr gerne, lieber Herr Hemingway, auch wenn es darin ziemlich viel um Absinth geht. Lassen Sie mich Ihnen für heute für unseren kleinen Austausch danken und mich einstweilen verabschieden

mit freundlichen Grüßen,

Ariela Sager

Wer und für wen…

Oder: Was noch zu besprechen wäre

Liebe vielleicht zukünftige Klientin und lieber vielleicht zukünftiger Klient,

ist es so, dass Sie sich nun sagen: Schön und gut und das liest sich alles ganz nett und flott, aber was kostet mich das Ganze und was ist überhaupt als dieses Ganze zu betrachten? Wie lange dauert so ein Schreibspiel eigentlich?

Nun, Ihre Fragen sind berechtigt, auch wenn sie so einfach nicht zu beantworten sind. Aber lassen Sie mich Ihnen noch ein wenig von meiner Arbeit mit dem Schreibspiel erzählen. Für diese Arbeit teilen wir, Sie und ich, falls Sie sich für das Schreibspiel entscheiden, teilen uns ein Dokument auf Google Drive. Ein gewöhnliches Google Docs Dokument ist es, und selbst wenn man mit Google Drive noch nicht gearbeitet hat, findet man sich schnell zurecht. Die Oberfläche ist ganz übersichtlich und angelehnt an ein gewöhnliche Word Dokument. Geschützt wird das Dokument dadurch, dass man persönlich mit seiner E-Mail-Adresse auf das Dokument zugelassen wird. So haben nur der Klient und ich (zwei Menschen also) Zugriff auf das Dokument und sonst niemand. Selbstverständlich wird mit dem dort Geschriebenen (wie auch mit Ihrer E-Mail-Adresse, ich sag’s gleich wegen des Datenschutzes) rein gar nichts weiter gemacht, als es dort in einem erzählenden Dialog zu bearbeiten. Jede Sicherheitskopie wird mit jedem neuen Durchlauf gelöscht und so ergeht es am Ende auch dem vollständigen Dokument. Ich behalte eine Kopie wegen der Aufbewahrungspflicht auf meinem Computer. Das war’s.

Wie ja aus den Texten an die literarischen Figuren schon zu entnehmen war, folgt das Schreibspiel einer klaren Struktur, die sich zusammensetzt aus 1. der Zieldefinition und einer Materialsammlung, 2. dem Modul des inneren Erwachsenen, 3. dem Modul der Schattenarbeit, 4. dem Modul der Ressourcenarbeit und 5. der Zielüberprüfung und einem Ausblick. Fünf Module also. Das Schreibspiel kann jederzeit abgebrochen und beendet werden, aber es kann zwischen den Modulen nicht hin und her gesprungen werden. Es wäre zum Beispiel keine Schattenarbeit ohne inneren Erwachsenen möglich und die Ressourcenarbeit hat sich als unwirksam erwiesen, solange die Schatten nicht bearbeitet wurden. Und was sollte man schon überprüfen, wenn dazwischen nichts erarbeitet wurde? So weit so logisch.

Das erste Modul dient dabei dem Kennenlernen: Sie lernen das Schreibspiel kennen, Sie lernen mich kennen und meinen Schreibstil, Sie lernen sich kennen und erfahren, ob Ihnen diese Art zu Arbeiten überhaupt liegt. Aber ich lerne auch Sie kennen. Ich sammele Material für die ersten beiden Module und behalte mir vor, vom Schreibspiel abzuraten, wenn wir kein ausreichend aussagekräftiges Material erarbeiten konnten. Das kann passieren, wenn Klienten keinen Zugang zu ihren Emotionen, ihren Erinnerungen und ihrem Unbewussten haben. Dann funktioniert Erzählen einfach nicht. Sensibilität ist mir da die liebste Eigenschaft, die den Zugang, meiner Erfahrung nach, über die Fähigkeit zur Präsenz gut gewährt. Es kann allerdings sein, dass Sie als Klient zu jung sind. Wenn man der Entwicklungspsychologie folgt, dann sind manche Entwicklungen einfach altersbedingt dran, wie sie dran sind und manche anderen Entwicklungen sind dann noch nicht möglich. Ideal ist die Arbeit mit dem Schreibspiel ab etwa 40 Jahren. Sind die Klienten jünger als 35 bin ich zu einem Test bereit, aber meiner Erfahrung nach kann die Arbeit dann zwar in einer bestimmten Fragestellung oder zu einer Konfliktlösung hilfreich sein, trifft aber nicht den Kern des Schreibspiels.

Das Schreibspiel ist ein strategisches Coaching, mit dem in einer erzählenden Introspektion eine vertiefte Selbstreflexion stattfindet. Ich agiere dabei nicht als Therapeutin, sondern als Literaturwissenschaftlerin und Künstlerin. Mein Bereich ist der Subtext, das Lesen zwischen den Zeilen, das ist sogar meine Spezialität, und das Fragenstellen an den Text. Ich leiste, wie ich es im Literaturstudium gelernt habe, eine Textanalyse und darüber hinaus bringe ich alles an literarischem Wissen ein, was wir für die individuelle Arbeit brauchen und ausschlachten können. Am liebsten arbeite ich dabei allerdings mit den Märchen.

Das Ziel des Schreibspiels ist die Emanzipation von wenigstens einigen der als belastend und limitierend empfundenen Ängsten, Glaubensmustern und gedanklichen Konstruktionen. Es geht darum, sich die persönliche Ausprägung von Präsenz zu erarbeiten wie auch die persönliche Ausprägung von Selbstverantwortung, um sich selbst als in seinem Wesen wertvoll und geliebt und zugleich als handlungsfähig und selbstwirksam zu erleben und schließlich sein Leben so gestalten zu können, wie Sie es sich wünschen. Darum geht es in jeder guten Erzählung, die einen Leser von Anfang bis Ende fesselt. Wenn es nicht darum geht, fesselt sie meistens nur bis zur Mitte.

Und wie lange das Schreibspiel dann dauert, das hängt ganz individuell von jedem einzelnen Klienten selbst ab. Die meisten Klienten wählen einen wöchentlichen Rhythmus, indem sie jeden Tag ein wenig an ihrem Dokument arbeiten und mir das Dokument einmal pro Woche zur Bearbeitung überlassen. Ich selbst brauche je nach Textmenge in der Regel ein bis zwei Stunden pro Durchgang, manchmal auch drei. Ich schreibe einfach so lange und so ausführlich, wie es die von Ihnen gelieferte Textgrundlage erfordert und wie es sich angemessen anfühlt. Pro Modul wäre eine Dauer von drei bis vier Monaten gewöhnlich. Allerdings ist das wirklich nur eine ganz grobe Angabe. Ich hatte bisher immer gesagt, das gesamte Schreibspiel umfasse am Ende etwa 300 bis 350 Seiten. Dann aber bekam ich Klienten, bei denen bereits das erste Modul über 600 Seiten lang war und ein Jahr Arbeit umfasst hat. Es ist also… Ich würde mich jetzt wiederholen und eigentlich geziemt das einer guten Erzählerin nicht, aber vielleicht mach ich’s lieber trotzdem: Es ist ganz individuell abhängig vom einzelnen Klienten.

Für mein Honorar muss das demnach genauso aussehen. Ich verhandele den Preis für jedes Modul individuell mit dem Klienten. Da ich allerdings bisher an dem Schreibspiel nicht reich geworden bin, können Sie als vielleicht zukünftige Klientin und zukünftiger Klient im Gegenzug davon ausgehen, dass Sie an dem Schreibspiel nicht arm werden. Wir machen das fair und kooperativ.

Ein Geschenk, das Sie so oder so mitbekommen können, wenn Sie möchten, egal, ob Sie das Schreibspiel machen oder nicht, ist einen Zugang zu Google Classroom. Die aristotelischen Drama-Dreiecke, von denen ich Emma gegenüber oben in ihrem Brief spreche, sind eine komplexe Komposition von Texten und Skizzen, die meiner Arbeit zugrunde liegt. Wir verwenden sie auch aktiv im Schreibspiel. Anhand von Märchen, Filmen und Songs bereite ich das Drama-Dreieck, das hier etwas komplex erscheint, an sieben Einzeldreiecken auf.

Ein Drama-Dreieck basiert dabei immer auf dem aristotelischen Dreieck, mit dem die Entwicklung einer Figur beschrieben werden kann, aber auch die Beziehungsdynamiken zwischen den Figuren. Auf sieben Dreiecke verteilt behandele ich die Grundbedürfnisse und Urängste der Seele einzeln, wie auch die Spannungsverhältnisse aus Passiv- und Aktivpol des dysfunktionalen Schattens, die sich beim Agieren aus den unbewussten Mustern und Ängsten heraus ergeben können, und zeige entsprechend der fiktionalen Figurenentwicklung das persönliche emanzipatorische Potenzial auf. Wenn Sie sich für die Lektüre dieser Drama-Dreiecke und die Diskussion mit mir und anderen Teilnehmern interessieren, genügt eine E-Mail an mich. Ich lade Sie dann unverbindlich und ohne weitere Verpflichtung auf den Kurs der Drama-Dreiecke in Google Classroom ein.

Da ist noch die Frage nach der Hochsensibilität. Sie fragen sich vielleicht, was aus diesem Ansatz geworden ist, der in meinen Blog immerhin zu Beginn des Blogs noch sehr viel Raum einnimmt. Wissen Sie, ich bin inzwischen der Meinung, so etwas wahnsinnig Besonderes ist das gar nicht. Das muss Sie nicht enttäuschen. Ich würdige die Gaben und sehe auch die Schatten dieses Phänomens. Zum Beispiel habe ich die erlöste Form des Phänomens in dem wunderbaren Märchen „Der treue Johannes“ entdeckt. Sie können hier meine Märchenmeditation dazu lesen. Aber nach meinem derzeitigen Reflexionsstand würde ich sagen, es macht doch letztlich nur 1/7 des Menschseins aus, wenn wir jetzt mal in meinem Konzept der Drama-Dreiecke bleiben. Hoch sensible Menschen, ich schreibe den Begriff übrigens lieber auseinander, um die Betonung wieder auf das zu legen, worum es eigentlich geht, nämlich Menschen und ihr individuelles Maß an Sensibilität, haben ebenso wie alle anderen Menschen mit Kompetenzunsicherheit zu tun, Angst vor ihrer eigenen Lebendigkeit, Selbstwertunsicherheit, Verlustängsten und dann dem Gefühl von Mangel mit all seinen Konsequenzen. Ja, ich glaube auch, dass es nur wenige hoch sensible Menschen gibt und dass die Hochsensibilität noch mal ihren eigenen Schatten der besonderen Verletzlichkeit und ihrer Kompensationsversuche in Überempfindlichkeit und Hochmut mit sich bringt (einen Artikel dazu können Sie in meinem Blog lesen). Aber würde es sich nicht ebenso lohnen, nach dem nachfolgenden Dreieck zu schauen, dem der puren Souveränität? Das sind für meine Begriffe noch weniger Menschen als es schon HSP gibt, aber nach ihnen fragt gar keiner. Sie erfahren gar keine Förderung und keine Aufmerksamkeit. Dabei sind das die Menschen, die ebenfalls hoch sensibel sind, zusätzlich aber eine Kraft in sich spüren, mit der sie fühlen, dass sie die Menschheit einen Schritt voranbringen können und wollen. Sie können und wollen gar nicht anders, egal, was es sie kostet und manchmal kostet es sie eine Menge. Ich würde also sagen, die Hochsensibilität nehme ich inzwischen etwas gelassener als zu Beginn meiner Arbeit. Was mich aber immer noch brennend interessiert, ist ihr immenses Potenzial. Und da darf ich mit nicht gerade geringer Freude, ja sogar mit einiger Begeisterung bemerken, dass ich sehr oft Klienten von diesem zuletzt beschriebenen Schlag im Schreibspiel habe. Zufall? Resonanz? Ich weiß es nicht. Was würden Sie sagen? Fühlen Sie sich angezogen, das Schreibspiel zu versuchen? Die allermeisten Interessenten jedenfalls beginnen ihre Mail an mich mit den Worten, dass sie aus einem völligen Zufall heraus über meine Seite gestolpert seien, dass es aber genau das sei, wonach sie innerlich jetzt gesucht hätten und wozu die Zeit für sie persönlich reif sei…

Jetzt wäre meine Frage an Sie, liebe vielleicht zukünftige Klientin und lieber vielleicht zukünftiger Klient, ob Sie noch eine Frage haben. Wenn ja, lassen Sie sie uns klären. Schreiben Sie mir einfach.

Und wenn es jetzt so ist, dass Sie längst schon Lust bekommen haben, das Schreibspiel zu versuchen, dann schreiben Sie mir erst Recht.

Ganz herzlich,

Ihre Ariela Sager

Literaturwissenschaftlerin und

Schreibtherapeutin außerhalb der Heilkunde

Jetzt kommen noch die Dinge zu Impressum und Datenschutz. Aber um es ganz kurz zu machen: Ich erhebe überhaupt keine Daten von Ihnen, sammele sie nicht, verwerte sie nicht, gebe sie nicht weiter und Sie werden von hier aus auch auf nichts weiter verlinkt, können nicht kommentieren, keinen Newsletter bestellen und Ihre Aufenthaltsdauer auf meiner Website interessiert mich eigentlich gar nicht. Die Seite dient nur der Information, dem reinen Lesen. Für den Austausch und auch, um über meine Arbeit auf dem Laufenden zu bleiben, lade ich Sie zu Google-Classroom ein. Dazu müssen Sie mir zwar eine E-Mail schreiben, aber mit Ihrer E-Mail-Adresse geschieht wiederum nichts weiter, außer, dass ich Sie auf den Kurs freigebe. Sie wird nicht gesammelt, verwertet… und so weiter.

 

 


Und dann noch die Erzählung darüber, wer hier eigentlich erzählt.

Impressum

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Angaben gemäß § 5 TMG:

Ariela Sager
Schreibtherapeutin
Erlenhof 1
14974 Ludwigsfelde

Kontakt:

E-Mail: schreib@ariela-sager.de

 

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:

Ariela Sager
Erlenhof 1
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Das Portraitfoto stammt von Sandra Kühnapfel, www.kuehnapfel-fotografie.de

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Quelle: eRecht24

 

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Als Schreibtherapeutin außerhalb der Heilkunde biete ich einen beratenden schriftlichen Dialog in Form dieses Schreibspiels an, das das Ziel der Selbsterkenntnis und der Stärkung des Selbstvertrauens verfolgt. Es ist ausdrücklich keine Therapie und es kann nicht den Besuch eines Arztes, Psychiaters, Psychologen oder eines Psychotherapeuten ersetzen. Wenn Interessenten den Eindruck haben, Sie bräuchten professionelle therapeutische Hilfe innerhalb eines verhaltenspsychologischen oder psychoanalytischen Kontextes, sollten sie sich zunächst an ihren Hausarzt wenden.

Das Schreibspiel ist für jene Menschen geeignet, die selbstreflexiv und eigenverantwortlich daran arbeiten möchten, ihre Alltagsschwierigkeiten besser zu gestalten und zu eigenen Lösungen zu finden. Besonders der Aspekt der Hochsensibilität findet in diesem speziellen Vorgehen Beachtung, weil sich aus ihr oft Alltagsschwierigkeiten ergeben, denen keine psychische oder physische Erkrankung zugrunde liegt. Eine kindliche Angst zum Beispiel, die nach dem Anschauen eines unpassenden Film entstanden ist, ist nicht das gleiche, wie eine Angststörung. Zielgruppe es Schreibspiels sind also Menschen, die ein Coaching suchen, nicht Menschen, die eine Psychotherapie brauchen. Die Besonderheit der ausschließlichen Schriftlichkeit dieses Ansatzes sollte vorher abgewägt werden.

Erwachsene sollten in der Lage sein, verantwortungsvoll für sich selbst zu entscheiden, welche Umsetzung von Vorschlägen und welche Beantwortung von Fragen in der jeweils spezifischen Lebenssituation möglich ist. Mögliche Grenzen sollten vorher kommuniziert werden, so dass die Module eventuell individuell angepasst werden können.

Das Schreibspiel bietet ein beratendes Coachings auf der Basis eines schriftlichen Dialogs und zählt damit zu den kreativtherapeutischen Verfahren, die weder von der gesetzlichen noch von der privaten Krankenkasse anerkannt werden. Steuerlich absetzbar ist ein Coaching nur, wenn es der Aufrechterhaltung oder der Steigerung der eigenen Arbeitsleistung dient. Fragen Sie dazu bitte Ihren Steuerberater.

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